BMW- und Mini-Carsharing kommt mit Spartarif und BMW i3

DriveNow in Wien – Happy Birthday!

Seit einem Jahr mischen sie sich in Wien ins Stadtbild: Rund 400 Minis und BMW mit der charakteristischen – im Vergleich zur Konkurrenz aber dezenteren – „Drive Now“-Beklebung. Die Bilanz fällt positiv aus, an Schwierigkeiten wird gearbeitet.

Von Bernhard Katzinger

Robert Kahr, Geschäftsführer der Carsharing-Tochter von BMW und Sixt, resümiert zufrieden: Insgesamt 45.000 Kunden sind registriert, jedes der insgesamt 430 Fahrzeuge wird im Schnitt fünf- bis sechsmal täglich in Betrieb genommen. Sowohl Flotte als auch Geschäftsgebiet sind in den letzten zwölf Monaten über zehn Prozent gewachsen.

Mögen sich die Geister streiten, ob das von fixen Stationen unabhängige car-sharing à la DriveNow oder car2go nun die Umwelt schont oder nur dem Taxigeschäft schadet: Der Bedarf ist jedenfalls gegeben – egal ob für den Weg ins Restaurant oder einfach, um mit einem Mini Cabrio eine Runde „oben ohne“ zu drehen.

Im Gegensatz zum Konkurrenzangebot car2go von Daimler, das sich auf den zweisitzigen Smart beschränkt, befriedigt DriveNow den Reiz am Ausprobieren mit mehrere Fahrzeugmodellen von Mini Cabrio bis BMW 2er Active Tourer. Erwünschter Nebeneffekt: Mehr Minis und BMW auf der Straße, mehr Präsenz in den Köpfen der Leute. Soll nichts Schlimmeres passieren, als dass der eine oder andere Nutzer die „Freude am Fahren“ irgendwann nicht mehr teilen will und den Weg zum BMW-Händler einschlägt.

Egal ob car-sharing à la DriveNow nun die Umwelt schont oder nur dem Taxigeschäft schadet – der Bedarf ist da.

Doch der Siegeszug des stationslosen Carsharings erfolgt nicht ungebremst. Offenbar ein Hauptproblem des „free floating“-Systems: Fahrzeuge, die ungünstig abgestellt sind, werden lange nicht gebucht und müssen unter Umständen sogar vom Flottenmanagement wieder in belebtere Zonen gestellt werden. Dass car2go sein Geschäftsgebiet im Sommer wieder verkleinert hat, dürfte wenigstens zum Teil diesem Effekt geschuldet sein.

DriveNow probiert’s lieber mit einem finanziellen Anreizsystem: Zum Jubiläum bringt der Anbieter das neue Tarifmodell „Drive’n’Save“, das einen vergünstigten Tarif von 20 Cent pro Minute für Fahrzeuge anbietet, die länger nicht mehr bewegt wurden – etwa weil sie in einer abgelegenen Straße am Rand des Geschäftsgebiets geparkt sind. Der Kunde wird auf der Landkarte in seiner DriveNow-App mittels Prozent-Symbol auf das mögliche Schnäppchen aufmerksam gemacht.

Ebenfalls noch heuer plant DriveNow, seine Flotte um Elektrofahrzeuge vom Typ BMW i3 zu erweitern. Erfahrung mit Elektrofahrzeugen im carsharing-Betrieb hat man in Kopenhagen und San Francisco gesammelt, wo ausschließlich Stromer eingesetzt werden. Um den dazu nötigen Ausbau der Ladeinfrastruktur in Wien zu forcieren, sei man mit der Stadt Wien im Gespräch, wird verlautet.

DriveNow funktioniert mittlerweile vollständig per App – von der Reservierung bis zum Aufschließen des Fahrzeugs und Beenden der Miete. Die Registrierung kostet einmalig 29 Euro, die Tarife betragen je nach Fahrzeug zwischen 34 und 37 Cent pro Minute. Dazu werden Pakettarife, z. B. für einen spontanen Shopping-Trip ins Designer Outlet nach Parndorf oder in die Therme Wien angeboten, die der Kunde im Fahrzeug vor Fahrtantritt buchen kann.