Fast neuer Ferrari F40-V8-Motor steht zum Verkauf

Er posierte auf Postern in unzähligen Buben-Zimmern, war der Trumpf in jedem Autoquartett, der ultimative Supersportwagen der 1980er Jahre – der Ferrari F40.

Text: Maximilian Barcelli

Der gilt als richtig böses Biest. Die Leistungsentfaltung des 2,9-Liter-V8-Biturbo wird von Kollegen als eher unharmonisch beschrieben. Der Grip an der Hinterachse: im ersten Gang quasi non-existent – trotz 335er Walzen. 1.315 Stück wurden gebaut, nicht wenige davon existieren heute leider nicht mehr, landeten in Straßengraben und Leitplanken.

Nun versteigert Collecting Cars einen originalen F40-Motor. Doch dieser Achtzylinder aus Maranello wurde nicht etwa aus einem verunfallten Modell geborgen, wie man vermuten könnte. Genauer gesagt wurde der 2,9-Liter-Biturbo nie einer Karosserie zugeordnet, sondern nach Asien an den Rennstall Team Taisan geschickt.

Die bauten das Triebwerk mit Ikonenstatus in einen Renn-F40 ein – zu Testzwecken. Denn um mit dem Supersportwagen die „All Japan Touring Car Championship“ zu bestreiten, war ohnehin ein anderer Motor von Nöten. Der V8 spulte nicht einmal 1.000 Kilometer ab, bevor er wieder ausmontiert wurde – und nie wieder eine andere F40-Karosserie mit seiner Kraft überwältigte. Die Produktion des Supersportlers war da schon ausgelaufen.

Dementsprechend befindet sich der 2,9-Liter-V8 in einem tollen Zustand, so zumindest Collecting Cars. Mit einer kleinen Ausnahme: Das Ölfiltergehäuse ist leicht beschädigt. Weil das Triebwerk seit Jahrzehnten ungenutzt ist, wäre freilich ein großes Service fällig, bevor es vom Käufer in ein neues Auto montiert wird. Falls man etwas in die Richtung überhaupt geplant hat: So ein großartiges Stück Ferrari-Geschichte tut sich bestimmt auch hervorragend als Wohnzimmerdekor.

Im Paket inklusive sind auch die beiden Auspuffkrümmer sowie die Ladeluftkühler. Das aktuelle Gebot liegt bei 22.500 Pfund, was etwas weniger als 25.000 Euro entspricht (Stand: 1.7.2020, 10:30). Die Auktion läuft noch bis Freitag, dem 3.7.2020, zehn Uhr abends. Und auch wenn potentielle Käufer diesen Ferrari F40-Motor wohl primär als Sammlerstück sehen – wie grotesk wäre es bitte, dieses Triebwerk in ein anderes Auto zu verfrachten? Man stelle sich vor: Ein Golf mit 2,9-Liter-Biturbo-V8. Oder noch besser: ein Multipla

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