1.000 PS und über 2 Millionen Euro

Lotus baut ein Elektro-Hypercar

„Damals, zu meiner Zeit, hat Lotus noch Ultraleichtbausportwagen gebaut, die nicht wegen ihrer Leistung, sondern wegen ihrer Leichtfüßigkeit begeistert haben.“ So oder ähnlich sudern wir vielleicht in 30 Jahren daher, wenn alle Welt Lotus nur noch als Hersteller von Überdrüberelektrohypercars kennt. Denn die bisher so traditionellen Engländer bauen jetzt ein ebensolches.

Text: Jakob Stantejsky

Zugegeben, eigentlich hat sich Lotus mit dem Kurswechsel länger Zeit gelassen, als es für die Marke gesund gewesen wäre. Denn die Zahlen der Briten leuchten seit Jahren tiefrot und so hoch wir alle das Lotus-Traditionskonzept von ultraleichten Spaßboliden auch loben, es muss etwas her, das sich auch tatsächlich in angemessenem Maße verkauft. Sonst war’s das bald endgültig. Nachdem 2017 der chinesische Konzern Geely, der ja auch Volvo besitzt, Mehrheitsanteile an Lotus übernommen hatte, war eine Umorientierung auf Elektromobilität durchaus zu erwarten. Gänzlich wird man das altbewährte Konzept sicher nicht über Bord schmeißen, aber neue Ansätze gibt es nun eben beginnend mit dem sogenannten Type 130, der nun ein erstes Mal geteast wurde.

Um ein elektrisches Hypercar soll es sich handeln, so vernimmt man das Gemunkel der Gerüchteküche. Über 1.000 Pferde sollen darin arbeiten und den Preis auf über zwei Millionen Euro treiben. Doch damit sich der Type 130 vom mittlerweile gar nicht mehr so dünn besiedelten E-Hypercarmarkt abhebt, soll er mit einem in dieser Klasse einzigartigen Handling überzeugen – also doch ein (fast) traditioneller Lotus. Hilfe wird man sicher auch von Polestar bekommen, die auch den Chinesen gehören und ja mit dem elektrischen Polestar 1 schon für Aufsehen sorgen. Konkrete Informationen zum Lotus Type 130 gibt es – zumindest von offizieller Seite – noch nicht, aber das dürfte sich schon bald ändern.