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Mercedes-AMG E 63 Facelift: Für Softies?

Nachdem die E-Klasse erst kürzlich in ihrer überarbeiteten Form präsentiert wurde, schießt AMG nun standesgemäß das Facelift für die Power-Abteilung nach. Die Neuerungen fallen dabei spärlich aus und machen den E 63 eher weicher als härter.

Text: Jakob Stantejsky

Anzumerken ist hier natürlich, dass die Brutalo-E-Klasse von vornherein schon ein verdammt scharfes Gerät war und keine Upgrades nötig hat, um für reichlich Schmetterlinge im Bauch der Insassen und Passanten zu sorgen. Und da es sich nunmal um ein Facelift handelt, wäre es auch vermessen, großartige Performance-Änderungen wie neue Motoren oder mächtige PS-Updates zu erwarten.

In diesem Sinne beschränkt man sich in Affalterbach auf Kosmetik. Vorne wie hinten gibt es neue Schürzen und Leuchten, die nochmal ein Stück aggressiver ausfallen. Am Heck präsentieren sich außerdem die neuen Trapez-Endrohre und der Diffusor noch ein wenig expressiver. Hinzu kommen mit neuen Felgen und Farben noch klassische Performance-Must-Haves.

Während der E 63 äußerlich also voll auf Obermacho macht, umsorgt er seine Insassen rührend mit allen Annehmlichkeiten. Das Infotainmentsystem MBUX ist jetzt auch hier mit an Bord und erleichtert das Leben, die Mercedes-typischen Screens halten Einzug, das Lenkrad ist neu und bietet mehr Funktionen und die AMG-Spezifika lassen sich mit neuen Schaltern verwalten. All das stellt innerhalb der Modellpalette keine Revolution dar, sondern bringt den E 63 schlicht auf das aktuelle Niveau.

Zwei besondere Schmankerln gibt es allerdings doch noch für diejenigen, die mit ihrer Aggro-E-Klasse in den Krieg gegen die Langeweile ziehen wollen. Der 4,0 Liter-Biturbo-V8 rotzt zwar weiterhin 571 PS und 750 Nm Drehmoment oder als S 612 PS und 850 Nm Drehmoment auf den Asphalt, doch beim Antrieb tut sich dennoch etwas. Einerseits ist der Allradantrieb nun vollvariabel und kann auch nur die Hinterachse bearbeiten und andererseits gibt es nun einen Drift-Modus, mit dem die feinsten Donuts mühelos gelingen.

Das Fahrwerk hingegen wird dank seiner Mehrkammer-Luftfederung nun bequemer, wenn man im Komfortmodus unterwegs ist, die Fahrprofile sollen insgesamt weiter gespreizt sein. Ihr seht also, wer nicht gerade mit rauchenden Reifen unterwegs ist, bekommt mit dem facegelifteten E 63 eher ein alltagstauglicheres Auto. Was ja nichts Schlechtes ist. Unterm Strich bleibt halt stehen, dass Mercedes-AMG mit diesem Update eher das Hirn als die Muskeln des E 63 weiterentwickelt.

Jakob Stantejsky

Freut sich immer, wenn ein Auto ein bisserl anders ist. Lieber zu viel Pfeffer als geschmacklos.

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