Ogier am Red Bull Ring

Vierfacher Rallye-WM-Sieger im F1-Boliden

Ja, Rallye-Autos sind verdammt schnell. Vor allem auf unebenen Straßen spielen sie ihre Stärke aus und nutzen ihr Potential. Doch gegen einen Formel-1 Boliden wirkt einfach jedes Automobil wie eine Ente. Oder wie ein Käfer.

Text: Maximilian Barcelli

Sébastien Ogier ist in der WRC das, was Lewis Hamilton im F1 Zirkus ist. Vier Weltmeistertitel in Folge untermauern das fahrerische Talent des Franzosen. Seinen (ehemaligen) Polo beherrscht er ungemein. Egal ob auf Asphalt, Schnee oder Schotter, der Volkswagen steht vollkommen unter Ogiers Kontrolle (abgesehen von ein paar Schnitzer wie bei der Rallye in Spanien 2015). Doch jetzt wagt sich der Rallye-Fahrer in ungewohnte Gewässer und tippt seine Zehen in das Becken der Königsklasse. Und das Wasser ist verdammt warm.

Der Franzose nimmt im RB7 Platz, was uns ungemein freut. Denn abseits der Tatsache, dass es witzig ist, einen großartigen Rallye-Piloten im F1-Boliden zuzusehen, ist der Red Bull RB7 das österreichische Präzisionsgerät schlechthin. In der Saison 2011 dominierte das Fahrzeug das Feld und war (fast) unschlagbar. Die Kirsche auf dem Eisbecher ist dann der gute, alte V8-Sound, der die Videos neben einen Augenschmaus auch zum Ohrenschmaus machen.

Dass sich der vierfache Rallye-WM-Sieger nicht schlecht schlägt, war ja an und für sich zu erwarten. Das Onboard-Video zeigt allerdings, wie flott der Franzose tatsächlich unterwegs ist. Geschwindigkeiten von über 270 km/h erreicht Ogier am Red Bull Ring in Spielberg des Öfteren. Ein Tempo, welches er aus der Rallye-Welt nicht gewohnt ist. Gut, da fährt man auch nicht auf einer top-asphaltieren Rennstrecke, dennoch begeistert uns sein fahrerisches Können im ungewohnten Formel-1-Auto immer wieder.

Fotos & Videos: © Red Bull