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Dieser WRC-Crash dauert 15 Sekunden!

Die WRC startete letztes Wochenende in die neue Saison – unter anderem mit einem spektakulären Crash. 15 elendslange Sekunden lang schleuderte der Hyundai i20 WRC mit Ott Tänak und Beifahrer Martin Järveoja an Bord über einen Hang.

Text: Maximilian Barcelli / Beitragsbild: DirtFish via YouTube Screenshot

Das Wichtigste vorab: Pilot und Co-Pilot sind wohlauf und konnten sich, wie das Video zeigt, sogar selbst aus dem Wrack befreien – eigentlich unglaublich, mit Blick auf die Onboard- und Außenaufnahmen. „Verursacher“ des wilden Unfalls waren zwei Bodenwellen, die die Hyundai-Piloten bei der Besichtigung der Strecke übersehen hatten – und somit viel zu schnell drüber bretterten. Konkret waren Tänak und Järveoja etwa 180 km/h schnell, als die erste Bodenwelle zum Haftungsabriss führte. Die zweite katapultierte sie dann ins Gemüse. Erst nach 15 Sekunden kommt es zum Stillstand beziehungsweise zum Ende der Aufnahmen. Wer sich das Ausmaß der Crash-Dauer besser vor Augen führen möchte, darf gerne mal bis 15 zählen und sich vorstellen, währenddessen durch die Luft gepfeffert zu werden.

Edel-Altblech auf Winterreise

Es ist wieder einmal so weit! 52 Starter mit Fahrzeugen aus 5 Jahrzehnten bestreiten von 3. bis 5.1.2020 die 24. Ausgabe der Planai-Classic. 

Foto Header: Ondrej Kroutil

Allen Teilnehmern und Fans dürfte die Vorjahres-Ausgabe der Planai-Classic noch gut in Erinnerung sein. Kein Wunder, denn pünktlich zum Start in Schladming brach der Winter über das Teilnehmerfeld herein – und brachte ein Schneechaos der Extraklasse mit sich. Härteste Bedingungen verlangten Mensch und Maschine alles ab, die Sonderprüfungen verdienten sich ihren Namen ganz besonders und der 40er-Schnitt war über weite Strecken nicht ansatzweise erreichbar. Die Bilder des Oldtimer-Walzers in Schneeweiß gingen letztes Jahr um die Welt …

 

Mit Prominenz aus Fleisch und Blut …
Das Sieger-Duo Florian und Alexander Deopito ist heuer natürlich erneut mit von der Partie. Mit dem eigentlich nicht so winterfesten, dafür umso beherzter bewegten Mercedes-Benz 350 SLC, wollen sie die Siege der beiden Vorjahre verteidigen. Rennfahrer-Legende Hans-Joachim Stuck wird mit einem Werks-Rallye Golf G60 als Vorausfahrzeug unterwegs sein, Schauspieler Wolfgang Böck, sonst eher dem englischen Automobil verhaftet, wird auf einem 68er Porsche 912 aus der Car-Collection Wittner starten. Ex-Rapid Präsident und Mobilfunk-Experte Michael Krammer nimmt die Rallye auf einem Fiat 850 von 1965 in Angriff.

Foto: Martin Huber

… und Blech und Benzin.
Unter den automobilen Schätzen sind vor allem zwei Vorkriegs-Modelle hervorzuheben:

Beim ältesten Teilnehmer im Feld handelt es sich um einen OM MM Superba von 1927, MM steht dabei für Mille Miglia, die das italienische Meisterstück dereinst gewann. Nicht viel jünger ist ein Riley 12/4 Special von 1936, der das Berliner Team Alexander Haller nebst Co-Pilot Lukas Lechler völlig ungeschützt den frostigen Bedingungen aussetzt. Da herrscht definitiv Haubenpflicht!

Doch auch wenn es dieses Jahr nicht nach dem ganz großen Winterwunderland aussieht, wird die Planai-Classic garantiert wieder für eine Menge Spaß und Furore sorgen. Geniale Bilder springen sowieso immer dabei heraus.

 

Welche Boliden lassen sich am Start blicken?
Jaguar XK und Mk II, Volvo PV 544, P1800, 144S, 121 und 142 S. Ford Anglia, Escort, Mustang und Capri, Porsche 356, 911, 914/6 und 912, Mercedes 200 und 350 SLC, VW-Käfer, Lancia Fulvia, MG B und C, Fiat 850, BMW Alpina, Lotus-Cortina, Jensen CV8, Opel-Kadett, Steyr-Fiat 1500, Mini-Cooper, Fiat-Abarth 2300 S, Oldsmobile Delta 88 und ein Datsun 240Z.

 

Das ist der Extreme E-Kalender für 2021

Die Extreme E verspricht, eine der spektakulärsten Rennserien aller Zeiten zu werden. Nicht nur wegen der exotischen Austragungsorte, sondern auch aufgrund der Ausstrahlung der Rennen im Dokumentarstil. Jetzt wissen wir endlich ganz genau, wann es wo zur Sache geht.

Text: Jakob Stantejsky

Gleich zu Beginn des Jahres 2021 geht das vollelektrische Gemetzel los, wenn im Senegal am 22., 23. und 24. Jänner die allererste Extreme E-Rallye steigt. Weiter geht es Anfang März in Saudi Arabien, dann heißt es ab in die Eiseskälte in Nepal. Dort wird im Himalaya-Gebirge gefahren, nämlich Anfang Mai. Ende August bleibt es frostig, wenn in Grönland gerast wird und Ende Oktober wird es nochmal heiß und schwül, denn es geht in den Amazonas-Regenwald in Brasilien. Wie angekündigt will die Extreme E an all diesen Orten auch einen starken Fokus auf den Klimawandel und dessen Konsequenzen legen und möchte auch mit geballter Starpower Aufmerksamkeit auf Umweltschutz lenken. Ob es nun der einzig richtige Weg ist, mit Fahrzeugen – Elektro oder nicht – durch empfindliche Ökosysteme zu brettern, sei an dieser Stelle dahingestellt. Aber wer weiß, vielleicht werden ja ein paar unverbesserliche Benzinbrüder sich der Sache zumindest ein bisschen bewusster.

Rallye unter Strom

Wenn auch die Geschwindigkeitsrekorde dieser Welt nicht hier aufgestellt werden, ist und bleibt Rallye einer der härtesten Wettkämpfe im Rennsport. Die oberösterreichische Firma Kreisel Electric setzt gemeinsam mit Baumschlager Rallye & Racing nun den Rallyesport unter Strom.

Text: Jakob Stantejsky / Fotos: Jakob Hanner

Raimund Baumschlager höchstselbst, seines Zeichens 14-facher österreichischer Rallye-Staatsmeister, erklärt das ehrgeizige Projekt wie folgt: „Wir stehen vor der Herausforderung, elektrisch betriebene Rallyefahrzeuge wettbewerbsfähig zu machen. Mit unserer ausgeprägten Rennsport-DNA und dem Elektro-Know-how von Kreisel werden wir die einmalige Chance ergreifen, Geschichte zu schreiben und den Rallyesport neu zu definieren.“ Anders ausgedrückt bedeutet das, dass die beiden Kooperationspartner ab der Saison 2021 mit einem vollelektrischen Fahrzeug der R5-Klasse namens RE-X1 an der Rally 2-Meisterschaft teilnehmen wollen. Man tritt also mit einer noch sehr frischen Technologie (vor allem was den Rallyesport betrifft) unverfroren gegen traditionelle Benzinboliden an und scheint trotzdem vor Selbstvertrauen zu strotzen. Das ist allerdings auch nicht weiter verwunderlich, schließlich spuckt das 900 Volt-Batteriesystem des E-Racers knapp 280 PS aus und das bei nur 1.300 Kilo Gesamtgewicht – Zahlen, die Respekt einflößen. Vor allem, da die Power ja dank E-Antrieb jederzeit zu hundert Prozent abrufbar ist. Das könnte sich gerade im Rallyebereich als entscheidender Wettbewerbsvorteil erweisen.

Im Mai 2020 soll der erste fahrbare Prototyp fertig sein, der später im Jahr dann auch schon ein paar Einsätze als Show- und Voraus-Fahrzeug hinlegen wird. 2021 sind vereinzelte Rennstarts geplant – wir halten euch diesbezüglich auf dem Laufenden.

Ambitioniertes Projekt

Mit dem RE-X1 im Rallyesport angreifen zu wollen, ist nicht nur aufgrund des neuen Ansatzes ein ambitioniertes Projekt. Denn gerade bei Rallyes wird dem Auto alles abverlangt: Auf den Offroadstrecken ist das Fahrzeug dem Wetter und den schwierigen Untergrundbedingungen besonders schonungslos ausgesetzt und die knapp bemessenen Tankstopps zwingen Kreisel Electric, besonders schnell ladende Batterien zu bauen. Nach nur 10 Pause müssen die Akkus wieder die volle Kapazität und vor allem 100 Prozent Leistung bieten.

„Wir sprechen hier von einer Ladeleistung von 250 kW bei 900 Volt, was insbesondere die Kühlung der Batterien in den Fokus rückt. Das System von Kreisel ist so ausgelegt, dass die Temperatur der Zellen während des Ladens nicht ansteigt. Beim Rallye-Fahrzeug bedeutet das: Volle Leistungsfähigkeit ab dem Moment, wo man den Ladestecker abzieht. Für die Serienproduktion bedeutet das: größtmögliche Sicherheit und hohe Lebensdauer“, legt Philipp Kreisel, Geschäftsführer und Entwicklungsverantwortlicher, die Akkusituation dar. Man hat also definitiv vor, die Erkenntnisse aus dem Rallyeprojekt in weiterer Folge auch für die Serienfertigung nutzen – so soll es sein!

Mit Raimund Baumschlager und Kreisel Electric kooperieren hier zwei echte Vollprofis in ihrer jeweiligen Branche, was sicher noch für Gesprächsstoff sorgen wird. Vielleicht ja sogar dann, wenn sie ihren ersten Bewerb gewinnen und all den voreingenommenen Benzinbrüdern zeigen, wo es langgeht?

Es gibt jetzt eine Rallye-Alpine!

Zurück zu den Wurzeln, könnte man sagen, wenn man von der Signatech-Rallye-Alpine spricht. Denn schon die ursprüngliche Alpine hat als Rallyebolide von sich reden gemacht. Die guten alten Zeiten leben jetzt mit voller Kraft wieder auf.

Text: Jakob Stantejsky

Dass wir von der Alpine A110 hellauf begeistert sind, habt ihr hier wahrscheinlich schon aufgeschnappt. Nachdem Renault vor Kurzem eine noch schärfere Rennversion angekündigt hat, setzt es nun auch noch eine Rallye-Variante. Damit die den widrigen Verhältnissen der Disziplin auch standhält, wurde sie selbstredend intensiv überarbeitet.

Der fix und fertige Spaß kostet übrigens 150.000 Euro. Damit ist die Rallye-Alpine mehr als doppelt so teuer wie die Basisversion – doch dafür bekommt man auch eine Menge Upgrades geliefert.

Der Heckantrieb bleibt der flotten Französin erhalten, wird aber mit einem Sperrdifferential und einem sequentiellen Sechsganggetriebe gepaart. Ein bisschen Extra-Punch gibt es auch noch, über 300 PS soll die wilde Variante leisten. Um die Kontrolle zu bewahren, bekommt der Fahrer neue Brembo-Bremsen und ein dreistufig verstellbares Fahrwerk zur Seite gestellt. Falls es doch einmal schief geht, sorgen ein Überrollkäfig und Renn-Schalensitze für zusätzlichen Schutz.

Das Interieur der Alpine ist natürlich nicht mehr wiederzuerkennen und auf volle Rallyetauglichkeit getrimmt. Wir freuen uns schon darauf, dieses Schmankerl ein erstes Mal im Dreck spielen zu sehen.

VIDEO: Ein Berlingo auf der Rallye-Strecke

Eigentlich sind Esapekka Lappi und Janne Ferm ja den Citroen C3 WRC gewohnt, in dem sie vor wenigen Wochen die Heim-Rallye in Finnland mit dem zweiten Platz abschließen konnten. Für dieses Video stiegen die Rennfahrer um – vom Rallye-C3 in den Serien-Berlingo Kastenwagen.

Text: Maximilian Barcelli

Nur der Untergrund, der dürfte den beiden mehr als bekannt vorkommen. Schauplatz der spektakulären Testfahrt war die Langley Park Rally School im britischen Essex. Dort prügelte das Duo den Transporter über die Rallye-Strecke.

Der Citroen Berlingo Kastenwagen ist in zwei Versionen erhältlich. Als „Driver“ fokussiert sich der Franzose auf Komfort. So sollen vor allem Firmen gewonnen werden, die viel in der Stadt ausliefern und lange Strecken fahren müssen. Das kann die Version „Worker“ zwar auch, dank der erhöhten Bodenfreiheit und Grip Control mit Bergabfahrhilfe richtet sich diese allerdings eher an Firmen mit Baustellen-Bezug. Zu welcher Version des Citroen Berlingo Kastenwagens Esapekka Lappi und Janne Ferm gegriffen haben, erübrigt sich wohl zu erwähnen.

Opel baut ein elektrisches Rallyeauto

Die Formel 1 benutzt Hybridmotoren, die Formel E zischt gar ganz elektrisch über die Strecke und jetzt ist der Rallyesport dran. Opel stellt auf der IAA den Corsa-e Rally vor – der Stromer soll sogar einen eigenen Cup bekommen.

Text: Jakob Stantejsky

Bisher hörte der Rallye-Bolide aus dem Hause Opel auf den Namen Adam R2 und der dazugehörige Markencup war der ADAC Opel Rallye Cup. Ab Sommer 2020 heißt der Wettbewerb allerdings ADAC Opel E-Rally Cup und als Tatwaffe setzen die Piloten dann den Opel Corsa-e Rally ein. Dabei handelt es sich dann sowohl um das erste rein elektrische Rallyeauto als auch um den ersten E-Rallye-Cup.

Der Corsa-e Rally soll unter 50.000 Euro kosten und ist vor allem als Kundenrennfahrzeug gedacht. Und was kann er so, der Opel? 136 PS schickt der Elektromotor an die Vorderachse, wo ein Torsen-Differential arbeitet. Mit 260 Nm Drehmoment geht es schon ab Stillstand ab und das Rallyefahrwerk sollte allen Herausforderungen gewachsen sein. Ob Rallye auch ohne Motorengebrüll funktionieren kann, sehen wir wohl schon nächstes Jahr. Die WRC dürfte aber noch eine Weile lang sicher sein.

Jaguar F-Type im Rallye-Look

Porsche baut einen Rallye-Cayman