Audi Q7 Facelift

Aus die Jahre gekommen

Mit dem komplett neuen X7 schickte BMW das Über-SUV gegen den GLS ins Rennen, der erst kürzlich retuschiert wurde. Und während beide Marken um die Gunst der Kunden buhlten, bohrte Audi in der Nase herum.

Text: Maximilian Barcelli

Man kann Audi sicherlich vieles vorwerfen – Abgasmanipulation, zum Beispiel, oder zu große Kühlergrille – doch eines sicherlich nicht: Und zwar dass die Ingolstädter in den letzten Jahren auf der faulen Haut gelegen sind. Wir passieren Revue: Der Audi A8 läutete die neue Ära ein, es folgten A6 und A7, das E-SUV e-tron und natürlich der Q8. Vor allem letzterer, der ja als der extrovertierter Bruder des Q7 gilt, führte genau diesen ziemlich vor. Weshalb die Ingolstädter auch beim großen SUV das Nasebohren einstellten und die Ärmel hochkrempelten.

Denn egal ob Exterieur, Interieur oder Assistenzsysteme – State of the Art war der Q7 schon lange nicht mehr. Das hat schon ein einziger Blick ins Interieur gezeigt. Ganz besonders, wenn man sich den Q8-Innenraum vor Augen gehalten hat. Doch sollte man in Zukunft wieder einmal das Interieur des Q8 vor Augen haben, dann hat man automatisch auch das des aufgefrischten Q7 vor Augen – es ist quasi ident. Bedeutet: Zwei große Touchscreens, digitale Armaturen und viele cleane, schwarze Hochglanzflächen.

Auch außen wirft der Audi Q7 seinen staubigen Mantel ab und wirft sich ins Slim-Fit-Sakko. Lediglich eine Lichtleiste am Heck wurde ihm verwehrt – die bleibt den Topmodellen innerhalb einer Fahrzeuggruppe (also beim A6 dem A7 und beim Q7 eben dem Q8) vorenthalten. Dafür zieht ein Chromsteg das größte, aber nicht teuerste SUV aus Ingolstadt optisch in die Breite.

Länger wirkt der Audi Q7 hingegen nicht nur optisch, er ist auch um elf Millimeter gewachsen. Die sind im Innenraum aber nicht spürbar – und zwar nicht, weil es nur elf Millimeterchen sind, sondern weil diese auf den neuen Anbauteilen zurückzuführen sind. So bleibt der Radstand der gleiche.

Halbwegs gleich bleibt laut Audi auch die Preisgestaltung. Nur bei der Serienbereifung ist man knausrig: Für das zwei Meter hohe und fünf Meter lange Fahrzeug gibt’s standesgemäß nur 18-Zöller. Da gönnt BMW seinen X7-Kunden immerhin 20-Zöller – auch, wenn das SUV-Flaggschiff aus München doch ein Stück größer ist (ebenso wie der GLS). Und wenn wir schon bei den Rädern sind: Hat der alte Q7 2,9 Lenkumschläge, so sind es beim neuen 2,4. Er dürfte also nicht nur moderner geworden sein, und das in wirklich jeder Hinsicht, sondern auch fahraktiver.