Maserati Levante Trofeo

Acht Zylinder für ein Halleluja

Mittendrin in der Menge, das ist eine Position, die eines Maserati nicht würdig ist. Das haben sie jetzt auch in Modena begriffen und heben den Levante deshalb heraus der der Masse der noblen Geländewagen. Wenn im September zu deutschen Preisen ab 135.000 und 155.000 Euro die neuen Modellvarianten GTS und Trofeo an den Start gehen, rückt der Maserati für den Matsch an die Spitze seines Segmentes und lässt die Konkurrenz von AMG und Co. weit hinter sich.

Von Thomas Geiger

Als Aufstiegshelfer agiert dabei niemand geringeres als die schnelle Schwester Ferrari, die aus Maranello einen 3,8 Liter großen V8-Motor nach Modena liefert. Wo für den V6 bisher bei 430 PS Schluss war, gibt es deshalb jetzt im GTS schon 530 und im Trofeo sogar 580 PS: „Nur der Jeep Grand Cherokee Trackhawk, der Lamborghini Urus und der Bentley Bentayga sind stärker“, sagt Produktplaner Enrico Belli und zaubert noch einen weiteren Superlativ aus dem Ärmel: Auch innerhalb der Maserati-Palette wird der Trofeo zum Alltime-Favorite: „Bis dato haben wir noch kein derart starkes Modell mit Straßenzulassung gebaut.“

Entsprechend gewaltig geht der in ferrarirot lackierte Motor unter der von neuen Nüstern durchbrochenen Haube zur Sache: Mit seinen 730 Nm straft er das Gesetz von der Trägheit der Masse Lügen und katapultiert den Levante in 4,1 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Und wer den rechten Fuß eisern stehen lässt, erlebt gleich den nächsten Superlativ: 300 km/h Spitze hat vor dem Levante Trofeo ebenfalls noch kein Serienmodell von Maserati erreicht.

Mehr noch als die Leistung allerdings begeistert die Leidenschaft des Levante: Der Motor brüllt und grollt und kreischt mit einem Klangspektrum wie Luciano Pavarotti in seinen besten Jahren. Er dreht leichtfüßig und lustvoll bis ans Limit und wer im neu programmierten Corsa-Modus unterwegs ist, der erlebt ein Auto, das aufgeweckt ist wie nach drei Tassen starkem Espresso.

Alle Sinne sind geschärft, der Motor giert förmlich nach Gas, der Allradantrieb lenkt so viel Kraft nach hinten, dass das Heck ganz leicht wird und eine wunderbare Eigendynamik entwickelt und die Elektronik lässt die Leinen locker. Ja, nicht nur die Bremsen haben mehr Biss und das Fahrwerk mehr Härte, sondern auch die Lenkung ist direkter. Aber am besten steuert man den um drei Zentimeter tiefergelegten und deshalb eng mit der Straße verwachsenen Levante Trofeo mit dem rechten Fuß.

Wie es sich für ein Flaggschiff gehört, spendiert Maserati dem Trofeo aber nicht nur einen stärkeren Motor und eine sportliche Abstimmung. Auch bei der Ausstattung geben sich die Italiener großzügig und machen die allermeisten Extras zum Standard: Neue LED-Schweinwerfer, besonders bequeme Sitze mit extra viel Halt und wunderbar weichem Leder sowie elektrische Helfer für jeden Handgriff – wofür man sonst tief in die Tasche greifen muss, das ist hier Serie.

Nur eine Option hätten sich die Italiener sparen können: Das Soundsystem von Bowers & Wilkins. Nicht, weil es mit 1.280 Watt und 17 Boxen schlecht klingen würde – im Gegenteil. Doch es ist überflüssig. Denn in einem Maserati spielt die Musik unter der Haube. Erst recht, wenn es dort jetzt endlich einen adäquaten V8 von Ferrari gibt.