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Große Niere, großer Motor: BMW X5 und X6 M sind da!

Es waren harte Monate für die Gangster-Rapper dieser Welt – doch das Warten hat sich gelohnt. Den BMW X6 (und den X5, der ist aber nicht ganz so Gangster) gibt es jetzt als reinrassigen M. Vantablack kann als Lackierung leider nicht geordert werden.  

Text: Maximilian Barcelli

Darüber trösten aber die irren Fahrleistungen hinweg: Sowohl BMW X5 M Competition als auch X6 M Competition preschen in nur 3,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100. 3,8 Sekunden! In diesen 2,3 Tonnen schweren Monstern! Damit verputzt man beim gepflegten Ampelsprint Kaliber wie den brandneuen Porsche 911. Direkten Konkurrenten wie dem Mercedes-AMG GLE 63 S nimmt man saftige vier Zehntel ab. Wobei es die neue Generation des Daimler-SUVs noch nicht als 63er-Modell gibt. Mal sehen was da aus Affalterbach noch kommt.

Möglich macht diese absurden Fahrleistungen der 4,4-Liter-V8-BiTurbo, bereits bekannt aus beispielsweise dem M5. Und genau wie in der Power-Limousine erwirtschaftet das Triebwerk auch im X5 M und X5 M 600 Pferdchen, beim Competition sind es 25 mehr. Das Resultat ist nicht nur eine schwindelerregende Beschleunigung (13,2 Sekunden von 0 auf 200 km/h), sondern auch eine beachtliche Höchstgeschwindigkeit: Mit optionalem M Drivers Package rennen die M-Versionen der SUVs bis zu 290 km/h schnell.

Die Potenz wird vom Design bereitwillig zur Schau gestellt. Understatement ist für die M-Versionen von X5 und X6 ein Fremdwort: fettere Lufteinlässe, pechschwarze Nieren mit Doppelstreben, Spoiler und der M-typische Zweifach-Doppelauspuff. Aus dem kommt neben dem guten, also dem martialischen V8-Sound, auch das schlechte – und zwar nicht wenig davon: Mehr als zwölf Liter schlucken die Power-SUVs aus München und emittieren dementsprechend auch einiges an CO2. Zwar sind die Preise für X5 M und X6 M noch nicht bekannt, man darf aber davon ausgehen, dass sich im Portemonnaie der Klientel, die sich ein solches Schlachtschiff leistet, auch noch genug Transchlgeld fürs Tanken finden lässt.

Natürlich ist auch das Interieur bespickt mit allerlei M-Ingredienzien. Beispiele: Der protzige, kristalline Wählhebel ist einem M-spezifischen, lederüberzogenen gewichen. Damit lässt sich das 8-Gang M Steptronic Getriebe dirigieren. Weiters unterstreichen rote Elemente wie der Start-Knopf oder die M1/M2-Tasten das fahrdynamische Potential des BMW X5 M und X6 M. Dazu gesellen sich eigene Sitze sowie spezielle digitale Armaturen.

Apropos fahrdynamisches Potential: Klar wird so ein 2,3 Tonnen schwerer und sehr hoher Berg an Automobil nie ein Kurvenräuber sein, doch die Herren und Damen aus Garching greifen so tief in die Trickkiste wie nur möglich, um X5 M und X6 M auch in Kehren nicht blöd aussehen zu lassen. Soll heißen: Aktive Wankstabilisierung, sehr steife Karosserie und natürlich Allradantrieb. „M xDrive“ kennen wir schon aus dem BMW M5. Hier wie dort ist das System sehr heckbetont. Was den beiden aufgebockten Fahrzeugen allerdings fehlt: Eine Einstellung, in der sich der Wagen zum reinen Hecktriebler verwandelt. Wäre dann vielleicht doch zu extrem gewesen; ein 625 PS starkes, 2,3 Tonnen schweres SUV mit (wahlweise) Hinterradantrieb. Oder?