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Alpine A110S: Gott muss kotzen


„Wie Gott in Frankreich“ geht doch das Sprichwort. Doch der – oder die, wir sind ja schließlich im 21. Jahrhundert – da oben weilt nicht nur so gern bei den Franzosen, weil die so unvergleichlich geschmackvoll Speis und Trank kredenzen, sondern weil sie auch einen gottvollen Dienstwagen bereitstellen. Die wiederauferstandene Alpine taugt aber nicht nur als Cruiser vom Edelwinzer zum Haubenrestaurant, sondern lässt einen die schnöden weltlichen Genüsse als A110S direkt vergessen.

Denn wer möchte sich schon vollfressen oder gar die Promillegrenze von 0,5 überschreiten, wenn man danach in diesen Vollblutsportler steigt? Nicht mal Gottes Magen ist so standhaft, dass er (oder sie) sich die Weinbergschnecken bei Vollgasraserei mit der Alpine A110S nicht noch mal durch den Kopf gehen ließe. 292 PS katapultieren die schöne Französin in 4,4 Sekunden auf 100 km/h und die 1.114 Kilogramm schmiegen sich in die Kurve wie ­Brigitte Bardot an Alain Delon.

So macht Autofahren immer noch am meisten Spaß, denn viel wichtiger als übertriebene Machtdemonstration ist bei einem echten Sportwagen immer noch die Leichtigkeit des Seins. Da ist es auch egal, ob der Chef „nur“ mit vier Töpfen und 1,8 Litern kocht. Die Spezialität des Hauses, die Alpine A110S, ist ihm teuflisch gut gelungen. Findet sogar Göttin.

Jakob Stantejsky

Freut sich immer, wenn ein Auto ein bisserl anders ist. Lieber zu viel Pfeffer als geschmacklos.

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