BM(azda)W?

Mazda baut Reihensechszylinder-Sauger!

Mazda baut wieder größere Motoren: Bekommen die deutschen Platzhirsche im Premiumsegment nun ernstzunehmende Konkurrenz aus Fernost?

Text: Maximilian Barcelli

Wer sich in Europa mit Audi, BMW und Mercedes messen möchte, verbrennt sich meist die Finger – oder gleich die ganze Hand, siehe Infiniti. Das hält Mazda aber nicht davon ab, mit neuen Aggregaten in den Kundengewässern dieser Marken zu fischen. Wir meinen: Die Japaner haben gute Karten. Aus zweierlei Gründen.

Der erste ist die Angel. Während man bei den meisten Herstellern selbst mit der Lupe keine Saugmotoren mehr findet, hält Mazda offensichtlich nicht so viel von Turbotechnik. Dass die neuen Reihensechser nicht aufgeladen sind, ist Balsam für das gepeinigte Puristenherz. Die Kirsche auf der Torte: Die längseingebauten Motoren werden aller Voraussicht nach serienmäßig die hinteren Räder antreiben – was Modelle wie den Mazda6 auf dieselbe Ebene wie 3er BMW, C-Klasse oder Alfa Romeo Giulia hievt. Das man grundsätzlich auf Augenhöhe ist, zeigt der brandneue Mazda3. Der Kompakte ist in vielerlei Hinsicht Premium, kostet aber locker einen Zehner weniger als eine ähnlich ausgestattete A-Klasse.

Was übrigens der zweite Grund ist. Im Quartalsbericht der Japaner, aus dem all diese Infos hervorgehen, ist auch von einer Forcierung der zurecht gelobten Kodo-Designsprache die Rede. So oder so wagen wir einmal zu behaupten, dass der neue Mazda6 ein ziemlicher Kracher wird. Auch optisch. Kombiniert mit Heckantrieb und Reihensechsermotoren macht ihn das zu einer ernsthaften Alternative zu deutschen Premium-Mittelklässler.

Aus dem Dokument geht weiters hervor, dass sowohl ein Reihensechser-Diesel als auch ein -Benziner geplant sind. Beide (!) zünden selbst und sind mit Mild-Hybrid- sowie Plug-in-Hybrid-Technik koppelbar. Neben dem Mazda6, dem die Reihensechser als erstes die Ehre erweisen, werden auch andere größere Modelle wie der CX-5 zum Handkuss kommen.