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Der Ford GT Liquid Carbon ist ein Traum aus Handarbeit

Derzeit steigt in Chicago die Chicago Auto Show und das Lieblingsexponat aller Petrolheads dürfte zweifellos feststehen: Der Ford GT Liquid Carbon ist ein Traum aus Kohlefaser und zeigt sich völlig nackt und unverfroren.

Text: Jakob Stantejsky / Fotos: Chicago Auto Show

Die gesamte Karosserie des Ford GT Liquid Carbon besteht aus feinster Kohlefaser – so weit, so geil. Allerdings wird da dann nicht einfach bunt drüberlackiert, sondern es kommt ausschließlich Klarlack zum Einsatz und die Karbonopulenz bleibt gut sichtbar erhalten. Das macht sich natürlich ganz hervorragend und unterstreicht den kompromisslosen Charakter des Ford GT noch. Aber es führt auch zu Problemen. Denn jeder winzige Fehler im Webmuster fällt somit unschön ins Auge und würde das ganze Bild ruinieren. Deshalb wird die Karosserie auch eigens vom Karbonspezialisten Multimatic in Ontario in mühevoller Handarbeit gebaut. Im Vergleich zu einer normalen Ford GT-Karosserie dauert der Prozess rund drei Mal so lange.

Etwa zwölf Exemplare des Liquid Carbon will Ford bis 2022 jährlich bauen und damit ganz besonders betuchte Sammler ansprechen. Denn der Preis klettert im Vergleich zum Standard-GT um muntere 50 Prozent in die Höhe und liegt bei circa 750.000 statt 500.000 Dollar.

Dafür gibt es allerdings nicht nur nacktes Karbon bis zum Erbrechen (vor Begeisterung, versteht sich), sondern auch eine überarbeitete Abgasanlage, ein noch strafferes Fahrwerk, bessere Kühlung und Luftzufuhr für den Motor, ein wenig Gewichtsverlust und 13 PS extra. Damit sitzt der Ford GT Liquid Carbon auf 669 Pferden und dürfte ein noch höllischeres Gerät sein, als er es ohnehin schon war. Ist gekauft! Halt nur nicht von uns, denn so viel Moneten haben wir nicht übrig.

Bugatti baut 20 Chiron Noire

Was tun, wenn man nur ein Modell im Programm hat, aber trotzdem ordentlich Mäuse melken möchte? Na klar, man quetscht dieses Auto solange mit Sondereditionen aus, bis es mehr Chiron– als Golf-Varianten gibt. Daher zieht Bugatti nun das Tuch vom Chiron Noire.

Text: Jakob Stantejsky

Anfang dieses Jahres stellte Bugatti das Einzelstück La Voiture Noire vor, das für wohlfeile 11 Millionen Euro (ohne Steuern) den Besitzer wechselte. Und da blieben offenbar so viele reiche Pinkel enttäuscht zurück, dass sich die Franzosen dachten: „Hey, wir brauchen noch einen pechschwarzen Karbonhypersportler!“ Und zack, hier ist er, der Chiron Noire. Immerhin 20 Stück dieser Spezialversion legt Bugatti zum Schnäppchenpreis von je 3 Mille auf. Somit ist der Chiron um eine Version und Bugatti um ein paar Euros reicher.

Was kann er also neues? Nix. Tatsächlich wird er lediglich in unverkleidetes Karbon gehüllt, bekommt ein paar neue Statusinsignien mit auf den Weg und einige Details werden zusätzlich schwarz lackiert. Das war es dann aber auch schon wieder. Wahlweise kann man sich seinen Chiron Noire, wie auch das Basismodell, als Sport bestellen, dann ist das Chassis dynamischer abgestimmt. Das kostet dann halt einen Porsche 911 obendrauf. Der übrigens auch schön langsam vor Neid erblasst, angesichts der Artenvielfalt des Bugatti Chiron.