De Tomaso verkauft

Chinesische Zukunft

De Tomaso verkauft. Pantera und Mangusta. Zwei Namen, die jedem Fahrzeugenthusiasten Freuden entlocken. Bis zuletzt kämpfte die Marke De Tomaso ums eigenständige Überleben und für eine italienische Zukunft. Vergebens – nun wurde sie vor rund zwei Wochen an ein chinesisches Konsortium verkauft. Was nun kommt, ist unklar.

Von Karl Jereb

Im Jahre 1970 staunte das Publikum auf der New York Motorshow nicht schlecht, als die italienische Marke De Tomaso ein bislang ungekanntes Fahrzeug vorstellte. Der Pantera sollte in die Geschichte eingehen. Nicht nur, weil er einer der schnellsten bis dahin gebauten Wagen war, oder weil er ein nahezu perfektes Design aufwies. Sondern auch, da der Pantera das Knowhow zweier großer Autonationen vereinte. Die Karosserie wurde in Italien gefertigt, sein Herzstück in Amerika. Neben seiner außergewöhnlichen Erscheinung, machte ihn genau diese Verbindung zu einem Sportwagen der Spitzenklasse, ja sogar zur Ikone. Schon davor machten die Italiener keine halben Sachen, denn auch der Mangusta (1967-1971) wusste zu gefallen. 4,7-Liter und 304 Pferdestärken, die ebenfalls mithilfe eines Ford-Motors generiert wurden in Verbindung mit einem atemberaubenden Design verhalfen der italienisch-argentinischen Firma zu weltweiter Popularität.

Aus Maus.

Doch 2004 war endgültig Schluß mit der Produktion. Seither versuchte die Firma immer wieder, sich mit Investoren zu einigen, die den Traum „De Tomaso“ noch nicht aufgegeben haben – leider vergeblich. Vor ein paar Wochen wurde bekannt, dass ein Konsortium von chinesischen Firmen mit dem Namen „Consolidated Ideal TeamVenture“, die Marke um rund eine Millionen Euronen ersteigerte und nun plant, eine Limousine in China zu fertigen. Eine Million für eine derartig traditionsträchtige Marke, ist alles andere als teuer. Doch es kommt noch schlimmer. Bis vor einem Jahr werkelte der deutsche Designer Stefan Schulze an einer Neuinterpretation des Pantera, die weder mit der alten Version mithalten kann, noch eine moderne Version dieser Ikone darzustellen vermag. Aber immerhin – De Tomaso geht nicht unter. Man darf gespannt sein, wie die geschichtsträchtige Historie nun weitergeht.