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Hyundai Kona: Hinter den Kulissen

Vor allem in limettengrün sieht der Hyundai Kona aufregend aus. Tatsächlich ist das koreanisches SUV aber eher langweilig. Und grundsolide! Also quasi ein VW

Text: Maximilian Barcelli

Dass der Kona eigentlich nicht ausgeflippt ist, würde man bei dem Design wohl kaum erwarten. Die farbenfrohe Lackierung, die schmalen Leuchten an Front und Heck – ja, es gibt dezentere Automobile. Anders als bei anderen ausgeflippten Fahrzeugen aus Fernost (beispielsweise dem Nissan Juke, der in zweiter Generation aber auch nicht mehr ganz so polarisierend aussieht, oder dem Toyota C-HR) hat man auf heftige Sicken und Kanten verzichtet. Das Design ist verspielt, aber harmonisch. 

Keine Verspieltheiten mehr, sondern puren Ernst findet man im Innenraum vor. Viel logischer kann man ein Cockpit nicht gestalten. Mit dem aufgesetzten Touchscreen, der von ein paar Schnellwahltasten umrahmt wird, lässt sich das Infotainmentsystem steuern. Darunter gibt‘s Schalter um die Klimaanlage zu bedienen. Die Armaturen sind analog, die Tasten am Lenkrad selbsterklärend. Obwohl man im kleinsten SUV von Hyundai mit vielen Knöpfen, Schaltern und Tasten konfrontiert wird, wirkt der Innenraum ruhig und aufgeräumt.

Mindestens so klassisch wie der Innenraum ist der Antrieb. Ja, Hyundai bietet neben den Ioniq auch den Kona vollelektrisch an. Die Koreaner vertreiben mit dem Nexo sogar ein Wasserstofffahrzeug – von Ewiggestrigen kann also nicht die Rede sein. Von radikalen Futuristen aber auch nicht: Im Testwagen arbeitet ein kleinhubiger, turboaufgeladener, vierzylindriger Selbstzünder. Seine 136 PS sorgen selbstredlich nicht für die große Eruption der Emotionen, sie schieben den Kona aber solide vorwärts. Das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe schaltet sauber und überträgt die Kraft an alle vier Räder.

Richtig gehört: der Kona mit seinen nicht einmal 4,17 Metern verfügt optional über Allradantrieb, während der vielen vermeintlichen Abenteuer-SUV in höheren Segmenten fehlt. Doch besonders in einem Land wie Österreich, also einem Land mit schneereichem Winter, ist ein Allradantrieb oft ausschlaggebend bei der Entscheidung beim Autokauf. Zurück zu den 4,17 Metern: Trotz der kompakten Außenmaße herrschen im Innenraum angemessene Platzverhältnisse vor. Das Kofferraumvolumen beträgt knapp 360 Liter, was für die Länge voll okay ist.

Einen Fauxpas leistet sich der Hyundai Kona aber. Nein, keine Sorge, kein holpriges Fahrwerk, keine lose Lenkung, nix Dramatisches. Es geht darum, dass man das Handy während der Fahrt mit dem Auto nicht koppeln kann. Der Kona ist nicht der erste Hyundai, bei dem uns das aufgefallen ist. Und generell ist das ja auch ein löblicher Ansatz. Nur ist der Kona kein Ein-, sondern ein Fünfsitzer. Es gibt also vier potentielle Mitfahrer, die das Smartphone anstelle des Lenkers verknüpfen können. Der Radio gibt nix her, du und deine Liebste wollen selbst DJ spielen? Das hättet ihr vor dem Antritt der mehrstündigen Autobahnetappe behirnen sollen. Aber gut, kennt man diesen Umstand, stellt das kein Problem dar.

Apropos mehrstündige Autobahnetappe: Wir haben’s probiert und auch das geht im Kona souverän und – zumindest für zwei Personen – bequem. Da spielt dann der Dieselmotor eine seiner Stärken aus: den Verbrauch. Hyundai selbst gibt 4,7 Liter pro 100 Kilometer an. Die vier hatten wir vorne zwar nicht stehen, aber die fünf. Und das ohne unsere Fahrweise kastrieren zu müssen.

Ein effizienter und durchzugsstarker Selbstzünder, schönes Design, klassischer, gut verarbeiteter Innenraum, eine High-End-Ausstattung mit Vielzahl an Assistenzsystemen und nicht zuletzt Allradantrieb – es gibt kaum etwas, dass der Hyundai Kona als 1,6 CRDi 4WD DCT Level 6 nicht kann. Ein Schnäppchen ist ein so opulent ausgestattetes Korea-SUV aber nicht. Knapp über 36.000 Euro werden für unseren Testwagen mit der höchsten Ausstattungslinie fällig. Entwarnung: Wer auf Schnickschnack verzichten kann, der wird auch mit weniger als 25.000 Euro auskommen – und da sind ein Notbrems-, Bergan- und -abfahrassistent sowie ein Tempomat immer noch inklusive. Der günstigste Kona mit Allradantrieb startet bei knapp über 29.000 Euro.

Der Hyundai i30 N Project C ist da!

Erst vor knapp drei Wochen haben wir Wind davon bekommen, dass Hyundai seinen Kompaktsportler i30 N noch schärfer abschmecken will. Auf der IAA wurde das Project C nun enthüllt.

Text: Jakob Stantejsky

Die neue Würze kommt dabei allerdings nicht aus dem Motor, der bleibt mit 275 PS auf dem Niveau der Performance-Version. Stattdessen wird der i30 N Project C sechs Millimeter tiefergelegt, das Fahrwerk noch rennsportlicher abgestimmt und das ganze Auto um 50 Kilogramm leichter. 600 Stück der Spezialvariante will man ausliefern, wobei der Spaß schon im Laufe dieses Jahres beginnen soll.

Woher kommen aber die doch massiven Gewichtseinsparungen? Für den größten Batzen zeichnen sich neue, geschmiedete 19 Zoll-Felgen von O.Z. verantwortlich, die um 22 Kilogramm weniger auf die Waage bringen als die Standardfelgen. Des weiteren verbaut Hyundai viele neue Kohlefaserteile: Motorhaube, Diffusor, Frontsplitter und Seitenschwellerverkleidungen bestehen allesamt aus dem superleichten Material. An der Hinterradaufhängung wird viel Stahl durch Aluminium ersetzt und sogar das Interieur trägt seinen Teil bei. Wo die manuell einzustellenden Sabelt-Karbon-Sportsitze sicher noch einiges an Gewicht einsparen, dürfte die Gewichtsabnahme durch den neuen Aluminium-Schaltknauf eher bescheiden sein. Damit er auch ordentlich steif bleibt – der Hyundai, nicht der Fahrer – gibt es noch eine Domstrebe im Kofferraum.

So mutiert der i30 N als Project C vom Kompaktsportler zum Kompaktsupersportler. Denn auch wenn ihm PS-technisch einige Konkurrenten ein paar Nasenlängen voraus sind, mehr Rennsportfokus geht in so einem Auto kaum noch.

Hyundai baut einen E-Racer mit Heckantrieb

Nachdem die Formel E sich bislang recht tapfer schlägt, wächst das Interesse an elektrischem Rennsport immer weiter. Ab 2020 gibt es die ETCR (Electric Touring Car Racing)-Serie, an der auch Hyundai teilnehmen wird. Der Bolide wurde nun auf der IAA enthüllt und basiert auf dem Veloster.

Text: Jakob Stantejsky

Auf den klingenden Namen Veloster N ETCR hört die surrende Rennstreckenwaffe Hyundais, mit der trotz aller Stille nicht zu spaßen ist. Denn tatsächlich handelt es sich beim E-Veloster um ein Mittelmotorfahrzeug – die Elektromaschine sitzt hinter dem Fahrer und treibt ausschließlich die Hinterräder an. Leistungsdaten veröffentlichen die Koreaner zwar noch nicht, aber um ein Kind von Traurigkeit wird es sich bei einem Tourencar garantiert nicht handeln.

Das jederzeit zu 100 Prozent zur Verfügung stehende gewaltige Drehmoment an der Hinterachse sorgt sicherlich für ordentlich Spaß und ganz eigene Fahreigenschaften. Wenn man am Kurvenausgang aufs Gas latscht und sofort die gesamte Power am Heck reißt, setzt es wohl ordentlich Herzklopfen. Schade, dass Driften im Rennsport nicht zu den besten Zeiten führt. Aber den würden wir gerne mal testen, diesen Hyundai Veloster N ETCR – aus rein wissenschaftlichen Gründen, selbstverständlich.

Hyundai motzt den i30 N zum Project C auf

Während wir uns alle schön langsam von der Tatsache erholt haben, dass Hyundai mit dem i30 N tatsächlich einen der geilsten Kompaktsportler der Welt gebaut hat, schießen die Koreaner schon den nächsten Pfeil ab. Der Hyundai i30 N Project C wird ein Ableger mit Rennstreckenfokus.

Text: Jakob Stantejsky

Der Buchstabe ist wieder höchst bedeutungsschwanger. Denn so wie N für Nürburgring steht, wo der i30 N hauptsächlich abgestimmt wurde, so steht C für Hyundais Area C-Teststrecke in Namyang. Von uns aus dürfte dieser Bolide auch Pumuckl heißen, solange er nur den i30 N toppt.

Unter der Haube ändert sich nichts, die 275 PS aus dem i30 N Performance bleiben bestehen. Aber sonst dreht die N-Abteilung an allen Schrauben, um den Kompaktsportler noch brutaler auf die Rennstrecke abzustimmen. Tiefergelegt wird er natürlich, neue Aero-Teile bekommt er und kohlefaserverstärkte Plastikteile verringern das Gewicht ebenso wie die speziellen 19 Zoll-Felgen.

600 Stück des Hyundai i30 N Project C, die auch in Europa erhältlich sein werden, wollen die Koreaner bauen. Auch für entsprechende Exklusivität ist also gesorgt. Fehlt nur noch ein Preis für den Spaß. Den erfahren wir wohl auf der IAA, wo das Geschoss enthüllt werden soll.

Wird der neue Hyundai i10 richtig fetzig?

Der aktuelle Hyundai i10 ist ein einwandfreies Stadtauto mit allen praktischen Qualitäten, die man sich wünschen kann. Aber Emotionen weckt er nicht gerade. Das könnte sich mit der neuen Generation ändern.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Hyundai

Spätestens seitdem die Koreaner den i30 N im Angebot haben, ist Schluss mit Langeweile bei Hyundai. Und offenbar sind sie in Fernost dabei so auf den Geschmack gekommen, dass jetzt auch der Familienzwerg zum Abenteurer wird. Vorgestellt wird er wohl im Herbst auf der IAA in Frankfurt, doch eine erste Designskizze ist jetzt schon aufgetaucht.

Klar, diese Zeichnungen sind immer wahnsinnig überspitzt und machen beinahe jedes Modell rein optisch zum nächsten Fast & Furious-Hauptdarsteller. Doch selbst wenn nur die Formensprache der Scheinwerfer und des Grills und vielleicht, mit ganz viel Glück, auch die ein oder andere Sicke im Blech tatsächlich den Weg in die Serie findet, mutiert der i10 schlagartig vom grauen Mäuschen zum Macho-Feschak. Mit süß und knuddlig wäre dann auf jeden Fall Schluss. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja sogar einen N? Oder zumindest eine N-Line? Ja?! Bitte?!

Project Elevate von Hyundai

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