Ampelversteher

BMW EnLighten App

BMW EnLighten App

Die BMW EnLighten App soll uns zukünftig vor Herzinfarkten schützen, indem sie die oft unmöglich gestalteten Ampelsysteme versteht und uns erklärt. Bleibt nur mehr zu hoffen, dass man in nächster Zeit die Ampeln selbst schalten kann.

Von Karl Jereb

Jeder Autofahrer kennt das. Eine durchwegs lange Gerade mit drei oder mehr Kreuzungen. Man steht an der ersten Ampel, wie üblich, und wartet bis der Querverkehr Fahrt aufgenommen hat. „Schau an, bei den nächsten Kreuzungen wartet keinerlei Querverkehr, also gehe ich davon aus, dass mich auf der Geraden eine Grünphase erwartet!“ Grün, kurz gespult, 70 km/h, freie Fahrt. Doch plötzlich schaltet die nächste Ampel auf Rot. Man wünscht der örtlichen Ampelsystemeinstellungsbehörde einen unschönen Tag und imaginiert sich ihr Gelächter, während man vor jeder weiteren Kreuzung stehen muss. BMW hat sich nun dem Problem angenommen und verspricht mit der Integration der EnLighten App in das Connected Drive-Infotainmentsystem (für Smartphones ist die App auch erhältlich) Besserung.

BMW EnLighten App: Schlau und informativ!

Grundsätzlich geht es darum, dass das Fahrzeug über die App die nächsten Grün- bzw. Rotphasen der Ampel erfragen kann und ebendiese auf dem Bildschirm in der Mitte anzuzeigen vermag. Zunächst hilft das bei der Planung des Gastrittes. „Zahlt es sich überhaupt aus, Fahrt aufzunehmen, oder sollte ich mich besser bis zur nächsten Ampel schlendernd bewegen? In zehn Sekunden schaltet das Lichtchen auf Rot, also schön komot!“ Außerdem wirkt das System, sofern es tatsächlich genutzt wird, auch als unfallverhindernd. Denn wenn ich weiß, in wie vielen Sekunden die anderen Verkehrsteilnehmer über die Kreuzung preschen, weiß ich auch, ob sich ein Sprint bei umschaltendem Orange noch auszahlt. Obwohl es natürlich besser wäre, wenn sich diese Frage erst gar nicht stellen würde und man sich möglichst normal im Straßenverkehr verhalten sollte, ist es dennoch nützlich zu wissen, wann das Ampelsystem einem die Zeit rauben wird und wann eben nicht. Schönes Gimmick für das ConnectedDrive System von BMW, daweil aber nur in den Städten Portland und Eugene (Oregon) sowie Salt Lake City (Utah) in den USA schon Realität, da die erforderliche Infrastruktur (das „US Department of Transportation“ möchte im nächsten Jahrzehnt Millionen von Dollar investieren) noch stark ausgeweitet werden muss, um sowohl den Verkehrsfluss als Ganzes positiv zu beeinflussen, als auch die Nerven jedes einzelnen zu schonen.

Bild: BMW