Vorhang auf für unseren neuen Dauertester: Seat Leon ST TGI

Dauertest-Neuzugang bei Motorblock.at. Ein Jahr lang wird uns der Seat Leon ST im Alltag und fernab dessen begleiten. Besonders spannend, speziell bei der langen Testdauer: Unser Leon ST ist ein TGI, also ein (unteranderem) erdgasbetriebenes Auto.

Text: Maximilian Barcelli

Jetzt drücken sich uns natürlich viele Fragen auf: Kommen wir mit dem neuen Dauertester überall dorthin, wo wir wollen? Also Deutschland, Kroatien, Polen oder wenn’s sein muss auch nach Spanien? Werden wir beim Tanken Geld sparen – und wenn ja, wie viel? Schränkt uns die Antriebsart in irgendeiner Form ein? Gibt es genug Gasstationen hierzulande? Kurzum: Wie lebt es sich mit einem Erdgas-Auto? Alldem wollen wir in den nächsten zwölf Monaten auf den Grund gehen – und wenn Sie möchten, können Sie uns dabei begleiten.

Selbstverständlich ist es nicht so, dass wir bei Motorblock noch nie ein CNG-Modell bewegt hätten. Haben wir. Haben wir oft. Wir wissen also, dass sich ein Erdgas-Auto nur unwesentlich anders anfühlt, als ein Benziner. Allerdings ist die Alltagstauglichkeit nur schwer zu beurteilen, wenn ein Ibiza TGI nur zwei Wochen verfügbar ist und man sowieso kaum über die Reichweite des Erdgas-Tanks hinausfährt. Oder wenn man zu einer Fahrzeug-Präsentation eingeladen ist und die Modelle nur einige Stunden fährt. Deshalb: Dauertest. Und weil man innerhalb eines Jahres doch mal was Großes transportieren muss oder mit Kind und Kegel in den Urlaub fährt, darf’s auch gleich der Kombi sein.

Der misst mit 4,548 Metern Länge rund 27 Zentimeter mehr als der 5-Türer (den es übrigens auch als TGI gibt) und offeriert dementsprechend mehr Kofferraumvolumen: Mit 482 Litern bei aufgeklappter Rückbank sollte uns kein Familienurlaub so schnell ins Schwitzen bringen. Und wenn doch: Die Zweizonen-Klimaautomatik bietet Abhilfe. Die ist bei der FR-Ausstattungslinie serienmäßig mit an Bord – wie beispielsweise auch die Ambientenbeleuchtung. Unser Leon ST FR TGI-Hybrid DSG ist bei 28.405,66 Euro dotiert, die Sonderausstattung hebt den Preis auf knapp über 30.000 Euro. Dafür dürfen wir uns im nächsten Jahr am adaptiven Tempomaten erfreuen, unser Smartphone induktiv laden und optisch gibt der Leon ST dank Metallic-Lackierung in „Nevada-Weiß“ und 18-Zöllern auch was her.

Im Vordergrund unseres Dauertests steht aber natürlich der Antrieb. Seit dem großen TGI-Facelift verfolgt Seat eine neue, radikalere Strategie. Der Benzintank wurde auf ein Minimum reduziert. Nur neun Liter Super passen in diesen. Dafür bleibt mehr Platz für die CNG-Tanks. Insgesamt drei gibt es derweilen im Leon ST, zusammen fassen sie zirka 17,3 Kilogramm komprimiertes Erdgas. Bedeutet bei einem WLTP-Normverbrauch von 3,6 Kilogramm im Umkehrschluss, dass rund 480 Kilometer Reichweite drin sein sollten. Wien-Innsbruck müsste sich also ausgehen. Ohne Nachtanken und ohne Benzin aus dem Nottank anzuzapfen. Theoretisch, jedenfalls. Wie’s praktisch aussieht, werden wir bald wissen.

Neu beim Leon TGI ist nicht nur die Prioritätensetzung zum Erdgas hin, auch der Motor ist größer und  stärker geworden: Waren im alten 1,4-Liter-Vierzylinder noch 110 PS für den Vortrieb verantwortlich, schöpft das 1,5-Liter-Triebwerk nun schon 130. Gekoppelt ist dieses an ein manuelles 6-Gang-Getriebe oder – wie in unserem Fall – ein 7-Gang-DSG. Die Kraft bringen die Vorderräder auf die Straße.

Mit Automatik sprintet der Seat Leon ST TGI in exakt zehn Sekunden von 0 auf 100 km/h, Schluss ist bei Tempo 206. Wichtig für Kollege Stantejsky, den es aufgrund der Schwiegerfamilie häufig auf die tempolimitlosen Autobahnen unseres nördlichen Nachbars verschlägt. Mit etwas über 1,3 Tonnen wiegt er zwar rund 100 Kilogramm mehr als der vergleichbare Benziner, ist aber trotzdem kein Schwergewicht. Der Radstand beträgt rund 2,6 Meter. Noch Fragen? Also gut, dann kann es ja losgehen!