Der Opel Astra hat das geschafft, was wir monate- oder auch jahrelang vor uns herschieben. Er hat den Arsch hochbekommen, abgespeckt und zeigt sich gesundgeschrumpft und mit muskulösen Zügen bereit für die fettfreie Neuauflage.

Text: Philipp Stalzer

Der neue Opel Astra wird der Automobilwelt zwar planmäßig erst auf der IAA im September 2015 vorgestellt – freundlicherweise durften wir ihn aber schon vorab ein wenig beschnuppern. Offizielle Bilder geistern schon einige Zeit in diversen Medien herum, aber ein echter Eindruck ist halt dann schon immer was anderes. Man kann ihn mit „sie haben scheinbar nicht zu viel versprochen“ zusammenfassen.

Adlerauge, nachgeschärft

Vor allem am Design haben die Opelianer gefeilt, mit dem Astra (und nachfolgenden Modellen) ist das Thema „Emotionalität“ im Lastenheft der Fahrzeugentwicklung aufgetaucht. Neben dem sehnigen, schlanken Design (der Astra ist in Höhe, Länge und Radstand um einige Zentimeter wieder ins Zentrum der Kompaktklasse zurückgeschrumpft, bietet aber trotzdem mehr Platz für die Insassen) sorgen die klar gezeichneten Leuchten vorn und hinten für Aufsehen. State-of-the-Art und auch vorab schon stolz kommuniziert: das optionale LED-Licht mit aufwendiger Lichtsteuerung zur jeweiligen Fahrsituation debütiert nun auch bei Opel.

State-of-the-Art und auch vorab schon stolz kommuniziert: das optionale LED-Licht mit aufwendiger Lichtsteuerung zur jeweiligen Fahrsituation debütiert nun auch bei Opel.

Exklusive Premiere des neuen Opel Astra vor der offiziellen Vorstellung auf der IAA in Frankfurt.

Posted by Motorblock on Dienstag, 4. August 2015

OnStar macht den Opel Astra zur Tratschtante

Mehr Konnektivität, neues Infotainment – auch da wurde für den Astra weiter entwickelt. Entweder 7- oder 8-Zoll Bildschirme kommen im aufgeräumt wirkenden Interieur zum Einsatz, die oft bekrittelte Knöpferllandschaft wurde in Pension geschickt. Zusatzfeature, das nun auch endlich nicht mehr nur der Premium-Klasse vorbehalten sein wird: der Concierge-Service „OnStar“, der das Auto mit einem persönlichen Callcenter verbindet. Der Statuscheck der Fahrzeuggesundheit, Hilferuf bei einem Unfall oder auch einfach nur die nächste Pizzeria aufs Navi geschickt – die freundliche Stimme am anderen Ende hilft. Durch die fix im Auto verbaute SIM-Karten Verbindung bleibt man „connected“, dank WLAN-Hotspot ohne Daten- oder Länderbeschränkung auch im Urlaub.

Agilität und Gewichtsverlust

Hand in Hand mit der optischen Topform (die C-Säule ist wirklich eine Show) wurde auch im und am Blech Technikerhand angelegt. Eine deutlich leichtere Rohkarosse als die des Vorgängers sowie eine ansprechende Motorenpalette von 95 PS bis vorläufig 150 PS (darunter auch der gelungene 1,6-Liter „Flüsterdiesel“ in drei Leistungsstufen) machen dem Astra Beine – unterm Strich ist er je nach Variante und Motorisierung 120 bis 200 (!) Kilogramm leichter als sein Vorgänger. Sogar österreichische Preise wurden schon verraten: der Einstieg beginnt bei 16.790 Euro für den Benziner in Cool & Sound-Ausstattung, die höheren Varianten haben neue Bezeichnungen bekommen. Der Marktstart im Herbst wird nur kurz nach der Präsentation auf der IAA erfolgen.