VW T6

T-Time in Hannover!

Er ist der ungekrönte König der Kleintransporter, der Traumwagen jedes Familienvaters, das beliebteste Shuttle-Fahrzeug und bei Campern erste Wahl – kein anderes Nutzfahrzeug aus Deutschland ist derart vielfältig wie der VW Transporter. Und keiner so erfolgreich.

Text: Thomas Geiger

Denn seit die T-Baureihe vor bald 70 Jahren gestartet wurde, haben die Niedersachsen bereits über 12 Millionen Autos verkauft. Und allein von der letzten Generation waren es fast zwei Millionen. Kein Wunder also, dass in diesen Tagen nicht nur Handel, Handwerk und Gewerbe gebannt noch Hannover blicken, wo jetzt die Produktion der sechsten Generation beginnt. Große Überraschungen wird es beim Modellwechsel allerdings nicht geben. Auch wenn der T5 stolze 13 Jahre auf dem Buckel hatte, zettelt die Nutzfahrzeugsparte keine Revolution an, sondern belässt es bei einer Evolution. Das Design ist zwar geglättet und geschärft und folgt nun dem Kommando klare Kante. Doch das Format bleibt mit einer Stirnfläche von zwei mal zwei Metern, Radständen von 3,00 oder 3,40 Metern und Längen von 4,89 oder 5,29 Metern bleibt im Groben unverändert. Auch die üppige Modellpalette kennt man schon. Aber was sollten die Niedersachsen auch noch Neues bringen, wenn sie mit den drei Grundvarianten Transporter, Caravelle und Multivan sowie dem Camping-Ausbau California, zwei Radständen, drei Dachhöhen und Bauformen vom Kasten- bis zum Pritschenwagen bereits bislang fast alles abgedeckt haben? Über 500 Karosserievarianten lassen schließlich wenig Raum für neue Spielarten. So sind es am Ende vor allem die inneren Werte, die neben dem weiterentwickelten Design den Generationswechsel ausmachen. Unter der Haube stehen dafür vier Diesel und zwei Benziner von 84 bis 204 PS, die bis zu einem Liter weniger verbrauchen und ähnlich viele Kombinationsmöglichkeiten bieten wie der Karosseriebau. Schließlich gibt es die allesamt zwei Liter großen Vierzylinder meist mit Schalter oder Doppelkupplung und oft auch noch als Allradler. Erstmals schafft der Transporter damit auch als Diesel mehr als 200 km/h und wer sein Tank-Budget unter Kontrolle halten will, der kann beim sparsamsten Blue-Motion mit einem Normverbrauch von 5,5 Litern kalkulieren.

Innere Werte

Neben dem Antrieb hat VWN vor allem am Ambiente und der Ausstattung gearbeitet. Das Cockpit ist neu, sieht hochwertiger aus und bietet mehr Ablagen als früher. Außerdem reist man auf bequemeren Sitzen, die sich vielfältiger einstellen lassen. Die Plätze im Fond sind variabel wie eh und je, können nun aber leichter geklappt, verschoben oder ausgebaut werden. Und damit man den riesigen Laderaum – beim größten Kastenwagen fasst er 9,3 Kubikmeter – einfacher nutzen kann, gibt es für viele Varianten künftig auf Wunsch eine elektrische Heckklappe. Am meisten Arbeit mit dem Generationswechsel hatten aber die Strippenzieher und Programmierer. Denn es gibt für den T6 viele neue Assistenz- und Infotainment-Systeme, die man freilich bereits aus den Pkw-Baureihen kennt: Der Navibildschirm reagiert deshalb schon bei Annäherung, kennt die Wischgesten des Smartphones und zeigt nun auch die Liveübertragung einer Rückfahrkamera. Eine Frontkamera steuert auf Wunsch das Fernlicht der teilweise mit LED-Technik umgesetzten Scheinwerfer, zum Tempomat mit Abstandsregelung gibt es auch eine Notbremsfunktion und beim Fahrwerk kann man genau wie im Golf & Co auf Knopfdruck den Charakter verändern. Natürlich hätte man nach mehr als zehn Jahren ein paar größere Sprünge erwarten können. Man darf nach Leichtbau fragen, nach alternativen Antrieben und nach Ausstattungsmerkmalen wie einem Head-Up-Display oder dem automatisierten Parken. Doch schon vor der Premiere gab Projektleiter Hans Rohlfing zu Protokoll, dass er keinen Anlass sehe, etwas am Grundkonzept der T-Baureihe zu ändern. Damit hat er die Erwartungen zwar ein wenig nach unten korrigiert, doch der Erfolg des T5 gibt ihm recht. Selbst in seinem letzten Jahr hat der Transporter schließlich noch einmal fast 20 Prozent zugelegt.

Bei der #bulliparade zur Markteinführung des neuen VW #T6 spielte ein ganz großer live auf ... #motorblock #markknopfler #sultansofswing

Posted by Motorblock on Donnerstag, 16. April 2015

Mark Knopfler live

Wie wichtig die Präsentation des neuen Bulli sich auch für VW gestaltet, zeigt übrigens der Aufwand der Veranstaltung. Wer sich Gitarrengott und Ex-Dire Straits-Chef Mark Knopfer zwecks dortigem Livespielens einlädt, scheut weder Kosten noch Mühen …