Cadillac ATS-V

Excalibur aus Amerika

Gegner für Sportcoupés á la Audi, BMW und Mercedes gibt es wenige. Das will General Motors mit dem neuen ATS-V von Cadillac nun ändern. Ob es gelingt, wird sich zeigen.

Von Karl Jereb

König Artus zog vor langer Zeit sein Messerchen aus einem Stein. Und wenn man sich den ATS-V mal genauer ansieht, scheint auch General Motors sein neues Exemplar aus einem Stein gemeißelt zu haben, so kantig ist der gute Caddi.

Einheitsbrei Adé

Auf europäischen Straßen tummeln sich etablierte Marken des VW-Konzerns, Fahrzeuge der Bayrischen Motorenwerke und sterntragende Daimler. Dabei fällt auf, dass die Unterscheidbarkeit zwischen vielen Autos gen Null geht, denn die Verwendung derselben Bodenplatte, geringe Unterschiede im Design und der fehlende Mut, etwas Neues zu produzieren, haben ihren Preis: Alles sieht gleich aus. Cadillac, der Einzelgänger am europäischen Markt, bringt nun mit dem ATS-V wieder frischen Wind in den Einheitsbrei. Seit jeher steht die amerikanische Mittel- bis Oberklasse für kantiges Design und sticht dadurch aus der Menge heraus. Ob mäßiger Verarbeitung und der Verwendung qualitativ nicht an den europäischen Markt angepasster Materialien, verkauften sich die Modelle hierzulande nicht gerade wie warme Semmel.

Die Hoffnung auf wärmere Semmel

Messerscharfe Spoiler, wohin das Auge reicht, lautet die Devise. Schon die Front verführt durch ihre großen, verchromten Kühlergrills und das Heck durch seine böse-bollernd-anmutenden Endrohre. Allerdings verhallt der V8-Sound recht schnell, denn dieser fand offenbar keinen Platz unter der Haube. Trotzdem darf der ATS-V prahlen, denn der Twin-Turbo-V6 erzeugt satte 461 Pferdchen und 603 Newton´sche Meter. Aus dem Stand soll der Ami 3,9 Sekunden verstreichen lassen, bis er die Hundertermarke erklimmt. Tadellose Werte für einen Cadillac. Über 299 km/h stehen geschrieben, was sicherlich, ganz sicher, ohne Zweifel, nicht auf die europäischen, abgeriegelten Konsorten abzielt. Im Fond ist wenig Platz, was im Segment der Spotcoupés aber üblich ist. Bleibt nur noch zu hoffen, dass Cadillac kein Fehlgriff beim Preis passiert, denn dann ist das schöne Schwert dem Untergang geweiht.