Kaum sind die ersten neuen E-Klasse-Limousinen ausgeliefert, schiebt Mercedes die Lader-Variante des Business-Flaggschiffs nach. Das T-Modell kann mehr als nur ziemlich viel Gepäck elegant einladen. Es hat das Zeug zu Stuttgarts nächstem Top-Model.

„Plopp, plopp, plopp“ macht’s mehr oder weniger rhythmisch im Hintergrund, „klatsch, klatsch, klatsch“ pascht’s im Vordergrund. Vielmehr rund um die Bühne, auf der sich zwei als Kombi erkennbare Auto-Silhouetten hinter weißen Tüchern verbergen. Ola Källenius, bei Daimler Vorstand für Forschung und Entwicklung, plaudert mit Roger Federer, seines Zeichens Tennis-Star (Österreichs Neo-Siebenter der Weltrangliste, Dominic Thim ist auch da, aber nicht auf dem Präsentations-Podium). Thema: das neue Mercedes E-Klasse T-Modell. Ob man Kombis angesichts des unverändert anhaltenden SUV-Trends überhaupt noch braucht (ja, braucht man) und wie man die Kinderschar während längerer Autofahrten bändigen, sprich beschäftigen kann (mit Fond-Entertainment via Tablets). Schließlich werden dann doch die Tücher von den eigentlichen Stars gezogen. Und auf dem Präsentierteller stehen zwei Versionen der neuen E-Klasse, der neuen Business-Kombis, einer im Standard-Trimm, der andere im AMG-Outfit.

Den Mercedes Cup haben die Stuttgarter bewusst als Rahmen für die Show-Premiere ihres neuen Laders gewählt, knapp nach dem Launch der Limousinen-Version. Weil sich Tennisbälle als Vergleichswährung für ein Laderaumvolumen so schön anbieten. Eintausendzweihundert davon kann der Langheck-Stern aufnehmen. Das mag ein wenig darüber hinwegtrösten, dass trotz Längen- und Radstandswachstum (von 4.905 auf 4.933 sowie von 2.874 auf 2.939 Millimeter) der Laderaum ein wenig geschrumpft ist. Waren es beim Vorgänger 695 bis 1.950 Liter gewesen, so sind es jetzt 670 bis 1.820 Liter. Dafür sind die um einen Zentimeter niedrigere Silhouette (1470 Millimeter) und das steil abfallende Heck sportlicher gezeichnet. Aber was sind schon nackte Zahlen: Im Laderaum ist Platz, alternativ zu den vielen Tennisbällen, für eine Europalette und Mercedes reklamiert für sich, mit diesem Fassungsvermögen Premiumklassen-Primus zu sein.

Untermauert wird dieser Anspruch durch eine Verfeinerung des „Lade-Managements“ wie es so schön heißt. Dahinter steckt eine im Verhältnis 40 zu 20 zu 40 teilbare Fondbank, eine sogenannte Cargo-Position für die Rücksitz-Lehnen (stehen dann senkrecht), diverse Verladesysteme, optionale Fußgestensteuerung für die Heckklappe und der im Optionen-Katalog nachzureichende Aufpreis-Posten einer dritten, herausklappbaren (Kinder-)Sitzreihe.

Das T mit AMG

Die Motorisierungs-Palette für den neuen E-Lader entspricht jener der Limousine. Zur Markteinführung – Verkaufsstart ist am 15. Juli, die ersten Auslieferungen sind für Mitte Oktober angesagt (Preise sind noch nicht bekannt) – stehen ein Diesel und ein Benziner zur Auswahl, beides Zweiliter-Vierzylinder. Der komplett neu bearbeitete Selbstzünder hat als E 220d 194 PS, der Otto-Kandidat leistet als E 200 184 PS. Dazu kommen in weiterer Folge: zwei Diesel – der 2,0-Liter mit 150 PS (E 200d) und ein 3,0-l-V6 mit 258 PS (E 350d) – sowie zwei Benziner – ein Zweiliter-Vierzylinder (E 250) mit 211 PS (E 250) und ein 3,5-Liter-V6 mit 333 PS (E 400). Das vorläufige Top-Modell, der allradgetriebene 45 AMG 4Matic mit 401 PS aus einem Dreiliter-V6-Biturbo vervollständigt das Antriebs-Portfolio. Gekoppelt sind alle Aggregate an eine Neungang-Automatik.

Analog zur Limousine bekommt auch das T-Modell das volle Konvolut an Elektronik mit, teils serienmäßig, teils gegen Aufpreis. Dazu gehören die neueste Generation des Bremsassistenten und der „Drive Pilot“, dessen Abstandsregelungssystem nunmehr bis zu einem Speed von 210 km/h aktiviert sein kann. Auf der Infotainment-Seite firmiert das bei Mercedes neue Concierge-Service, das man für vielfältige Anfragen bemühen kann.

Mit dem E-Klasse T-Modell ist der Mercedes-Vorstand sicher, Stuttgarts next Top-Model kreiert zu haben. Trotz des eingangs erwähnten SUV-Booms rechnet man sich gute Geschäfte aus. In Zentraleuropa sowieso, wo jede dritte, in einzelnen Regionen sogar jede zweite E-Klasse als Lader verkauft wird. Und auch in den Vereinigten Staaten wo man mit dem „einzigen Premium-Kombimodell“ präsent sei. Mit dem E-Klasse T-Modell ist der Mercedes-Vorstand sicher, Stuttgarts next Top-Model kreiert zu haben. Trotz des eingangs erwähnten SUV-Booms rechnet man sich gute Geschäfte aus. In Zentraleuropa sowieso, wo jede dritte, in einzelnen Regionen sogar jede zweite E-Klasse als Lader verkauft wird. Und auch in den Vereinigten Staaten wo man mit dem „einzigen Premium-Kombimodell“ präsent sei.

Fotos: Mercedes

Text: Beatrix Keckeis-Hiller