Im brennenden Auto

Rennfahrer pfeift auf’s Safety Car

Wenn es im Rennsport eine eherne Regel gibt, dann die, dass mit dem Safety Car nicht zu spaßen ist. Ist es auf der Strecke, fährt man brav hinterher, egal wie wenig das einem gerade in den Kram passt. Außer vielleicht, wenn das eigene Auto brennt.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Calum Lockie

Genau das ist Calum Lockie Anfang Juni beim Masters Historic Weekend in Donington, England, zugestoßen. Aufgrund eines Unfalls zog das Safety Car gerade seine Kreise auf der Strecke, als der momentan führende Lockie Hummeln im Hintern bekam. Nicht etwa, weil er endlich wieder Gas geben wollte, sondern weil direkt hinter dem Fahrersitz seines Shelby Cobra Daytona Coupés ein kleines Feuer ausgebrochen war.

Geistesgegenwärtig stellte der ehemalige GT-Fahrer fest, dass die nächste Löschmöglichkeit der Feuerwehrwagen in der Boxengasse war. Da er die Unfallstelle außerdem schon passiert hatte, zog er wild gestikulierend am Safety Car vorbei und raste gen Box. Dort konnte die Cobra dann hoffentlich vollständig gerettet werden.

Selbst die strengsten Regeln im Rennsport können also zugunsten von Ausnahmen etwas zurechtgebogen werden, allerdings braucht man dafür schon verdammt gute Gründe. Wir sind jedenfalls froh, dass alle Beteiligten so flexibel waren und bewundern Mr Lockie dafür, dass er mit an seinem Gesäß züngelnden Flammen so cool bleiben konnte.