Kraftzwerg fürs Grobe

Als SUV-Coupé hat der X1 das Zeug zum Sportwagen im Schlamm

von Thomas Geiger

Ist die Nische noch so klein, ein Derivat passt schon noch rein. Nach diesem Motto fährt BMW jetzt womöglich die letzte Lücke in seinem SUV-Portfolio zu. Denn bestätigt vom anhaltenden Erfolg von X6 und X4 denken die Bayern nun öffentlich auch über einen X2 nach und stellen ihr drittes SUV-Coupé zum Publikumsvotum auf die Messe nach Paris.

Allerdings gehen die Designer bei der Studie diesmal etwas weiter als bei den beiden Trendsettern aus der Serie. Mit riesigen Lufteinlässen im Bug, mit sehr viel markanteren Plastikplanken an den Radhäusern und entlang der Gürtellinie und vor allem mit einemeigenwillig glatten Heck irgendwo zwischen Jeep Cherokee und Alfa Giulia befreien sie sich aus dem Korsett ihrer bisherigen X-Karosserien und beweisen, dass ihre Phantasie noch nicht ganz verkümmert ist.

Die Front aggressiver als beim M2, die Flanke robuster als beim X3 und das Heck schneller als bei einem Sechser – so wird das Concept Car tatsächlich zu Wandler zwischen den Welten könnte deshalb mehr werden als eine schnöde Karosserie-Variante: „Das Concept X2 verbindet die schnelle Gestik und flache Proportion eines Coupés mit dem robusten Aufbau eines X-Fahrzeugs. Es ist ein sportliches Fahrzeug mit markantem Charakter, mit dem wir der Marke BMW faszinierende neue Möglichkeiten im Design eröffnen“, freut sich deshalb auch Designchef Karim Habib.

Aber der X2 lebt nicht nur von der scharfen Silhouette und dem Kontrast zwischen rustikalen und rasanten Linien. Sondern es sind auch viele Details, die sein Design ausmachen – nicht zuletzt die Niere mit den neu gebrochenen Längsstäben im Kühlergrill und natürlich die BMW-Logos an der C-Säule, die genau wie der leuchtend orange Lack an den legendären M1 erinnern.

Zwar schweigt sich BMW zu den Aussichten der Studie noch aus und verliert kein Wort über die mögliche Technik unter dem schmuck geformten Blech. Doch mit Blick auf die bayerischen Baukästen und wäre die Umsetzung für die Münchner ein Kinderspiel. Schon im nächsten Jahr könnte der X2 deshalb die Lücke schließen.