Handyverbot

Schluss mit Herumspielen am Steuer

Ich bin eine fanatische Smartphone-Nutzerin – manche würden mich argwöhnisch als handysüchtig bezeichnen. Jede Nachricht wird sofort gecheckt und meistens auch umgehend beantwortet. Die ständige Erreichbarkeit hat aus einem ein wandelndes Nervenbündel gemacht. Das Handy piepst, egal wie ungünstig es gerade sein mag? Na klar schaut man nach.

Zugegeben: Als ich noch täglich Öffis fuhr, war ich produktiver. Mindestens eine Stunde am Tag, in der ich in Ruhe meine Mails, Facebook-Nachrichten und Blogs checken konnte. Seit ich Auto fahre, versuche ich praktisch jede Rotphase für die Suchtbefriedigung zu nutzen – und bin natürlich davon überzeugt, dass ich so multitasking-fähig bin und mein Augenwinkelmaß derartig gut ist, dass ich trotzdem bei gelb schon startklar bin.

Der Gesetzgeber macht dem Handysüchtler nun aber einen Strich durch die Rechnung: Erlaubt ist zwar weiterhin das Benutzen des Handys als Navi (nur mit Halterung), aber weder SMS-Schreiben noch Emails-Lesen hinter dem Steuer.

Kostete das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung bei Anhaltung durch die Polizei bis jetzt 50 Euro, werden nun Internetsurfen und anderes Hantieren mit dem Handy genauso bestraft. “Nebentätigkeiten” nennt der Gesetzgeber das.

Und es kommt noch besser bzw. schlimmer: Das Strafmandat kann auch ohne Anhaltung ins Haus flattern und ziemlich teuer werden, zB wenn man Vorrangverletzungen begeht, auf das Blinken vergisst oder Fußgänger behindert. Satte 2180 Euro Verwaltungsstrafe kann einen das kosten!

Wer nicht hören will, muss wohl fühlen. Vielleicht wird es Zeit, sich in Suchttherapie zu begeben um zu lernen, das Handy in der Tasche zu lassen, wenn man ins Auto steigt.

von Sandra Keplinger