FPV Drone Racing

Die Zukunft des Rennsports?

Ein verlassenes Fabriksgebäude, Graffitis an den Wänden, ein Surren in der Luft, Menschen mit großen Brillen im Gesicht: Der derzeit wohl aufregendste Sport der Welt macht süchtig.

Wenn Chad Nowak Platz nimmt und seinen Dronen-Controller auspackt, dann sind alle um ihn herum still. Der Australier zählt zu den besten FPV drone racern der Welt, FPV steht für „first person view“. Die Dronen sind mit Kameras ausgestattet, die ihr Bild direkt in die großen Cyberbrillen der Teilnehmer übertragen. So entsteht ein einzigartiges Erlebnis für alle, denn auch die Zuschauer können sich in die Drohnen einklinken und eine heiße Runde mitdrehen.

„Es war das unglaublichste, das ich je gesehen habe“, meint Nowak, wenn er an sein erstes Rennen zurückdenkt. „Zwei Wochen später kaufte ich mir meine erste Ausrüstung, baute mir meinen ersten Quadrocopter zusammen, holte ein paar Freunde ins Boot und der Rest ist Geschichte. Es ist wie eine Krankheit.“

Durch den Raum zu fliegen, wie ein Vogel, noch dazu mit einer Drohne die bis zu 160 Sache draufhat, das Gefühl ist laut den Racern unbeschreiblich. Wie eine Mischung aus Virtual Reality und Videospielen, die zum Leben erweckt wird.

„Jeder wollte doch damals den Star Wars Pod Racer lenken und ihn durch die Felsen pilotieren,“ meint Nowak, der im beruflichen Leben Linienpilot ist, „mit diesen Dingern kann man das jetzt. Wenn etwas schief geht, dann ist im schlimmsten Fall die Drohne kaputt und ich baue mir eine neue.“

Bei den Wettbewerben geht es nur um die Prestige, kombiniert mit dem Adrenalin-Ausstoß der first-person-Perspektive gehen jedoch alle Teilnehmer ans absolute Limit. Selbst Profi-Racer passieren da unzählige Unfälle, weshalb die Rennen auch immer Bastelstubenflair haben. Quadrocopter-Firmen sind vor Ort und stehen mit Ersatzteilen bereit.

Die besten Drohnen kosten um die 1.000 US-Dollar, die meisten Teilnehmer bauen sich ihre Renn-Drohnen aber selbst, weshalb sie wesentlich billiger sind: Drohne, Brillen, Transmitter und Receiver kommen im Schnitt auf 300 bis 400 Dollar.

Der Australier hat es geschafft und fliegt in Kürze bei den Internationalen Drone Racing Championships mit. Neben der Prestige warten dort auch noch 25.000 Dollar auf den Gewinner.