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Porsche Cayenne Coupé: Dachschaden?

Dachschaden?

Porsche Cayenne Coupé

Besser spät als nie – nach diesem Motto reagiert Porsche jetzt auf den bereits zwei Generationen währenden Erfolg des BMX X6 und bringt den Cayenne jetzt endlich auch als Coupé an den Start. Der Dachschaden aus Designerhand kommt noch vor den Sommerferien in den Handel und soll wird rund 9.000 Euro mehr als das Grundmodell, um die es allerdings neben dem neuen Design auch deutlich mehr Ausstattung gibt.
Wo der Cayenne selbst in der dritten, am weitesten zurückgenommenen Generation noch immer vielen Interessenten zu wuchtig und watzig ist, wird er als Coupé ein wenig filigraner und betont die sportliche Seite des SUV. Schließlich haben die Schwaben ihm nicht nur ein neues Heck mit breiteren Backen und schrägerer Scheibe gezeichnet, das mit dem automatisch ausfahrenden Spoiler fast ein wenig an den Elfer erinnert. Sondern auch die Dachlinie wurde um zwei Zentimeter abgesenkt und die Frontscheibe duckt sich flacher in den Wind, so dass der Wagen aus jeder Perspektive ein wenig schneller wirkt.
So sehr die Betonung bei diesem SUV auf Sport liegt, so wenig leidet darunter die Utility. Denn auch das Cayenne Coupé versteht sich als Praktiker und macht beim Innenraum kaum Abstriche. Die Fondpassagiere sitzen ähnlich gut, weil die Rückbank drei Zentimeter tiefer gelegt wurde und das riesige, ohne Aufpreis eingebaute Glasdach einen extrem, luftigen Raumeindruck vermittelt. Und der Kofferraum hinter der natürlich elektrischen und bis ins Dach hinauf reichenden Klappe büßt gerade einmal 15 Prozent ein, so dass auch das Coupé noch 625 bis 1.540 Liter Ladevolumen bietet.
Am geringsten ist der Unterschied allerdings für den Fahrer, der einzig davon profitiert, dass er für das Sport-Chrono-Paket im Coupé nicht mehr extra bezahlen muss und deshalb per se ein bisschen flotter unterwegs ist. Dabei hat er die Wahl zwischen zunächst drei Motoren, die 1:1 aus dem konventionellen Cayenne übernommen werden: Das Grundmodell fährt mit einem ein 340 PS starken V6-Motor, der es in bis zu 5,9 Sekunden auf Tempo 100 schafft, bei Vollgas 243 km/h erreicht und im Mittel 9,3 Liter verbraucht. Darüber rangiert das Cayenne S Coupé mit einem 2,9 Liter großen und 440 PS starken V6-Biturbo und bis zu 263 km/h. Wer die Unvernunft auf die Spitze treiben will, der kann das Coupé auch als Turbo mit einem 4,0 Liter großen und 550 PS starken V8 bestellen. Der gönnt sich zwar schon auf dem Prüfstand 11,3 Liter, schafft dafür aber den Sprint in 3,9 Sekunden und ist immerhin 286 km/h so schnell.
Spätestens dann empfiehlt sich auch das optionale Leichtbau-Paket. Nicht, weil es bei über zwei Tonnen wirklich auf ein paar Kilo weniger ankommen würde, sondern weil es dann statt der Dreierbank im Fond zwei stärker ausgeformte Sitzschalen mit entsprechend mehr Seitenhalt gibt. Und vor allem, weil Porsche dann statt des Panoramafensters zum Himmel ein Karbondach einbaut, das mit zwei Kuppeln über Fahrer und Beifahrer an den GT-Modelle der Elfer-Reihe erinnert und so dem Coupé quasi die Krone aufsetzt. Denn viel schöner kann man einen Dachschaden nicht inszenieren.

Jakob Stantejsky

Freut sich immer, wenn ein Auto ein bisserl anders ist. Lieber zu viel Pfeffer als geschmacklos.

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