Der bisweilen unterschätze Porsche Cayman verbeißt sich künftig noch fester im Heck ausgewachsener Sportwagen: Als GT4 bekommt der Alligator jenen Biss, den er sich schon länger verdient.

Text: Thomas Geiger

Dafür rüsten die Schwaben das Mittelmotorcoupé erstmals in der Geschichte der Baureihe ‚zu einem GT-Modell mit Renntechnik auf und stellen ihn Anfang März als GT4 auf den Genfer Salon. Der Verkauf startet bereits Ende März und die Preise beginnen bei 109.726 Euro.

Das ist um einiges mehr als bei einem vergleichbaren Cayman GTS mit Schaltgetriebe. Doch gibt es dafür spendiert die Rennsportabteilung in Weissach dem Zweisitzer auch ein technisches Upgrade, das sich sehen lassen kann. Kern des Krafttrainings ist ein Motortausch: Wo bislang beim 3,4 Liter mit 340 PS Schluss war, baut die schnelle Truppe jetzt den 3,8 Liter aus der S-Version des Porsche 911 ein und hebt so die Leistung auf 385 PS an. Weiterhin von Hand geschaltet, sprintet der Alligator im Angriffsmodus so jetzt in 4,4 Sekunden von 0 auf 100 und fährt nicht nur dem GTS davon. Denn mit 295 km/h Spitze ist er der schnellste Cayman aller Zeiten und lässt sogar die Basis-Version des Elfers hinter sich.

Porsche Cayman GT4 – Bodenfreiheit, Bügelbrett und Bremsanlage

Den nötigen Biss hat beim Cayman GT4 aber nicht nur der Motor. Auch das Fahrwerk wird kräftig überarbeitet. Zusammen mit stolzen drei Zentimetern weniger Bodenfreiheit, einem dynamischen Getriebelager, einem fest stehenden Heckflügel Marke „Bügelbrett“ und der Bremsanlage aus dem 911 GT3 zahlt sich das aus: Der Cayman knabbert noch verbissener an der Ideallinie und die Rundenzeit auf der Nordschleife schmilzt auf 7 Minuten und 40 Sekunden.

Zwar spricht Porsche dabei noch immer von einem alltagstauglichen Coupé, feiert den GT4 aber zugleich als „klares Bekenntnis“ zum Ideal vom radikalen, zweitürigen Sportwagen und bringt das nicht zuletzt beim Interieur zum Ausdruck. Denn schon ohne die aufpreispflichtigen Karbonschalen und das Clubsport-Paket mit Käfig, Hosenträgern und Löschanlage fährt der GT4 mit strammen Sportsitzen und einem besonders griffigen, stark verkleinerten Lenkrad vor.

Natürlich geht es bei der Aufrüstung auch um Show und Schein. Doch die Porsche-Mannschafft in Weissach weiß, dass sie nicht nur für Aufschneider arbeitet und viele GT-Kunden ihr Engagement zu schätzen wissen. Nicht umsonst werden vier von fünf GT-Modellen tatsächlich regenmäßig auf der Rennstrecke gefahren.

Der Cayman knabbert noch verbissener an der Ideallinie und die Rundenzeit auf der Nordschleife schmilzt auf 7 Minuten und 40 Sekunden.

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