Kult gegen E-volution

VW Golf GTI vs. Chevrolet Bolt

Wenn man die Kompaktsportlerlegende schlechthin neben einen kugeligen kleinen Chevrolet stellt, ist der Dragracesieger doch schon in Stein gemeißelt, oder? Ohne jetzt was verraten zu wollen: Easy geht das für den GTI mit Sicherheit nicht, aber kann er den Chevy Bolt überhaupt irgendwie biegen?

Text: Jakob Stantejsky

So, bevor jetzt hier losgewettert wird – wir wollen den guten alten GTI keineswegs runtermachen, sondern erfreuen uns einfach auch an etwas anderen Vergleichen, abseits von Supercar gegen Supercar. Fest steht schlussendlich, dass der Bolt seinen honorigen Gegner in die Schranken verweist, selbst ein schwer verpatzter Start des Amerikaners verhilft dem Golf nur mit Hängen und Würgen zu einem hauchdünnen Fotofinish zu seinen Gunsten und dem 1:2 Endstand. Klarerweise besitzen alle Elektroautos bei Dragrennen einen Riesenvorteil, so kann auch der Bolt seine 361 Nm Drehmoment aus dem Stand auf den Asphalt bringen, während der GTI seine 350 erst mit einer gewissen Drehzahl abrufen kann. So verschafft sich der Chevy beim Start schon einen Vorsprung, den der Golf trotz 10 PS mehr (210 zu 200) und ca. 150 Kilo weniger Gewicht nicht mehr aufholen kann.

Nun gibt es auf beiden Seiten Argumente, wieso das jeweilige Auto vielleicht noch mehr Leistung aus sich herauskitzeln könnte. Der GTI einerseits wäre mit Automatik und Launch Control wohl rascher unterwegs, der Bolt andererseits hätte sogar eine Launch Control eingebaut, die sein Fahrer aber nicht zu nutzen scheint. Des weiteren ist es gut möglich, dass der VW auf eine größere Distanz seinen Rückstand wieder wettmachen könnte.

De facto ist all das aber relativ wurscht, denn den (deutlich günstigeren) Bolt können wir Europäer sowieso nicht mehr regulär als Neuwagen erstehen, seitdem Chevrolet sich in dieser Hinsicht über den großen Teich verzogen hat. Und in Punkto Verlässlich- und Haltbarkeit trauen wir dem GTI doch ein Eck mehr zu.