Mazda MX-5 und MX-5 Cupcar: Report aus der Zukunft

No Tool

„Das letzte Auto, das gebaut werden wird, wird ein Sportwagen sein“, soll Auto-Pionier Ferry Porsche einmal gesagt haben. Es könnte ein Auto wie der MX-5 sein: schnell, leicht, Heckantrieb, Handschaltung. Und wenn die Archäologen in einer fernen Zukunft dieses Spaßmobil ausgraben, wird ihr Bericht ungefähr wie folgt lauten:

Gut, das Internet ist erwartungsgemäß schnell wieder verschwunden. Besser gesagt, es begab sich in den Untergrund, verkroch sich in die Wände hinein, in die Kleidung und unter unsere Haut. Sich zur Telekommunikation ein Kastl ins Gesicht zu halten mutete ähnlich archaisch an, wie sich die Füße mit Lappen zu umwickeln. Oder wie Taschen an der Kleidung – wo wir doch keine Ausweise, Geld oder Geldkarten mehr mit uns zu tragen hatten.

Das Netz selbst wurde virtuell, eine Vorstellung. Es umgab uns wie Fruchtwasser den Embryo. Analoges existierte nicht mal mehr am Lokus, wo jeder Vorgang den Analysen hilfreicher Nanocomputer unterworfen war. Überall herrschte eine klirrend kalt rieselnde Granularität. Bis ins letzte Bit hinein war der Mensch entschlüsselt, erforscht und entzaubert.

Und Autos? Verbrennungsmotoren? Verschrottet auf die gute alte Art: In die Sonne geschossen, wurden die Treibstoffverbrenner selbst zum Treibstoff für den Fixstern. Wo Personen- oder Warentransport noch nötig war im Zeitalter der totalen Telekommunikation, überließen wir ihn wohlweislich nicht fehleranfälligen, individuell gesteuerten und unvernetzten Todesmaschinen mit Motoren, Rotoren oder Turbinen. Wir schenkten stattdessen hochkompatiblen, universell koppelbaren, umweltfreundlichen Komfortzellen aus Bioplastik unser Vertrauen, wenn es ans Fahren, Schwimmen oder Fliegen ging.

This car is no tool, no means of transport. It is all about the fun of driving.
Nobuhiro Yamamoto, Leiter des Mazda MX-5 Programms

Archäologen bestimmten Autos wie den Mazda MX-5 als die letzten von Menschenhand bewegten Vehikel. Autos, die ihren Lenkern die längst vergangene Geschichte von Dynamik, Eleganz, dem mächtigen Gefühl der Maschinenbeherrschung und der Schönheit des Offenfahrens erzählten, als das Fahren längst keine Notwendigkeit mehr war. So formulierten es auch seine Erbauer: „Dieses Auto ist kein Werkzeug, kein Transportmittel“, postulierten sie trotzig wider den am Ende der fossilen Ära herrschenden Zeitgeist. „Ausschließlich dem Spaß soll es dienen.“

Die Formel dazu: Frontmotor, Hinterradantrieb, knackige Handschaltung, befeuert von drehfreudigen kleinvolumigen Benzinmotoren mit einer Leistung, die geradezu perfekt zu jenen kurvigen Straßen im Hinterland passt, auf denen das Autofahren zu jenem Zweck betrieben wurde, der nun mal übrig bleibt, wenn das Müssen wegfällt: Lust.

Warum wir Menschen letztendlich auch damit aufhörten, gibt den Forschern bis heute Rätsel auf. Fest steht, dass uns als Folge dieser fatalen Entscheidung nur noch die Wahl blieb, einfach im Bett liegen zu bleiben, unnütz vernetzt, körperlos.

Wohin auch reisen,wo doch alle vorstellbaren Ziele virtuell ungleich realistischer erlebbar sind?

Irgendwann wurde unsere Spezies zu dieser perfekten Wolke im leeren Raum. Immer wenn uns raumfahrende Rassen entdecken, wenden sie – schaudernd über unsere unzweifelhafte, aber gleichgültige, freudlose Überlegenheit – ihre Raumschiffe und widmen sich mit einer unbegreiflichen Lust der Vernichtung ihrer Heimatplaneten.

Zurück in die Gegenwart: Teilnehmen am MX-5 Cup!

Freunden des rassigen Fernost-Roadsters bietet Mazda die Gelegenheit, sich in einem MX-5 Cupcar für ein MX-5 Rennen in Laguna Seca, USA, zu qualifizieren. Die Qualifikation kann entweder in einem echten Rennwagen oder virtuell über iRacing erfolgen. Österreichische Race-Begeisterte merken sich folgende Termine vor:

29. Mai 2016: Nationale Qualifikation bei der Drift Challenge in Lang Lebring
2. bis 5. Juni 2016: Qualifikation via iRacing-Simulation beim MX-5-Clubtreffen in Schladming
1. bis 4. Juli 2016: Europa-Casting der 20 Besten in Barcelona
September 2016: Global MX-5 Cupfinale in Laguna Seca, USA

Mehr Infos zur Rennserie gibt es hier…

Text: Bernhard Katzinger
Fotos: Mazda/Kurt Pinter