Ohne Fahrer auf die Piste

Der NIO EP9 knallt Fabelzeiten hin

Vor nicht allzu langer Zeit haben wir euch schon vom NIO EP9 aus der chinesischen Elektroautoschmiede NextEV berichtet. Kurz bevor der Hypersportwagen auf den amerikanischen Markt losgelassen wird, haben die Entwickler ihn ohne Fahrer auf den Circuit of the Americas in Texas geschickt. Angestellt hat er sich dabei ziemlich ordentlich, wie ich finde. Auf jeden Fall besser als manch anderes selbstfahrendes Wägelchen

Text: Jakob Stantejsky

Normalerweise spricht man von Kilowatt, wenn man die Stärke eines Elektromotors einordnen will. Doch die sind für den NIO EP9 nur Peanuts, leisten seine vier Aggregate doch zusammen ein ganzes Megawatt. Umgerechnet bedeutet das, dass wir hier von einem Auto mit 1360 PS sprechen! 2,7 Sekunden auf 100 km/h und 7,1 auf 200 sind da nur die logische Konsequenz.

Nachdem der NIO EP9 (ein etwas handlicherer Name wäre eine wahre Wohltat) auch auf der Nordschleife schon eine recht fabulöse Zeit von 7:05,12 auf den Asphalt gezimmert hat, durfte er als Belohnung jetzt auf den Circuit of the Americas in Texas – und das ganz alleine. Am 23. Februar stellte er vor Ort noch mit Besatzung den Serienwagenrekord (die Serie besteht bislang aus sechs Exemplaren) mit einer Rundenzeit von 2:11,30 auf, fahrerlos kam der NIO EP9 immerhin auf 2:40,33. Eine knappe halbe Minute ist natürlich eine Welt auf der Rennstrecke, doch für ein selbstfahrendes Auto ist das doch sehr respektabel. Auch bei der Höchstgeschwindigkeit hat sich der NIO EP9 allein nicht lumpen lassen und ganze 257 km/h auf die Strecke gebracht. Mit Lenker am Steuer waren es auch „nur“ 274, also wirklich kein dramatischer Unterschied. Ich werde das chinesische Elektromonster jedenfalls im Auge behalten und wahrscheinlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis ein Stromer den Nordschleifenrekord an sich reißt. Der NIO EP9 wäre im Moment der erste Kandidat.