Runflat für alle: Bridgestone DriveGuard

Eine der Königsdisziplinen des Mannseins ist Geschichte. Runflat-Reifen wie der neue Bridgestone DriveGuard machen das Reifenwechseln nach einer Panne überflüssig.

Text/Video: Bernhard Katzinger
Fotos: Bridgestone

Früher, in der guten alten Zeit, die bekanntlich mit Elvis Presleys Ableben endete, gehörte Reifenwechseln zur Grundausstattung eines jeden Kerls. Panne? Jackett und Binder abgelegt, Hemdsärmel aufgekrempelt, und ran ans Radkreuz. Im 21. Jahrhundert hat Mann 4.0 dieses Feature abgelegt wie Computer das Diskettenlaufwerk. Reifenpannen sind – Technologie und Straßenbau sei Dank – zur Ausnahme geworden. Und selbst wenn: Der Pannendienst ist nur einen Handyanruf entfernt.

Und doch … der Empfang ist nicht überall so toll, die Wartezeit auf die mobilen Mechaniker mitunter lang. Reifenwechseln am Straßenrand ist ein Sicherheitsrisiko, trotz übergestreifter Warnweste. (Außerdem weiß man ja, wie das so ist mit Sicherheitsfeatures zum Überstreifen. Selbst wenn man eins dabei hat, mag man’s nicht immer anziehen, und oft vergisst man im Eifer des Gefechts schlicht und einfach…)

Laut einer Statistik aus der Marketingabteilung des Reifenherstellers Bridgestone hatten 60 Prozent der Autofahrer in den letzten vier Jahren eine Reifenpanne. Die Betroffenen berichten von bangem Zagen und Unsicherheit.

Grund genug, sich dem Thema Runflat-Reifen mit hoher Priorität zu widmen. Runflat-Reifen sind Pneus, mit dem man im Fall eines Schadens sicher und mit annähernd Normalgeschwindigkeit mindestens bis zur nächsten Werkstätte weiterfahren kann. Ergebnis der Bemühungen des japanischen Reifenherstellers: Der Bridgestone DriveGuard, der dieses Frühjahr in vielen gängigen Dimensionen für einen großen Teil der modernen Autos auf den Markt kommt.

Voraussetzung, dass man den Reifen verwenden darf, ist eine elektronische Reifendruck-Erkennung, die seit 2014 für Neuwagen in Europa verpflichtend vorgeschrieben ist. Grund: Man könnte ohne dieses Warnsystem nicht bemerken, dass man eine Panne hat.

Wir konnten den DriveGuard im platten Zustand auf einer kurvigen Bergstrecke bis zu einer Geschwindigkeit von 80 km/h testfahren. Er fährt sich verblüffend problemlos. Zieht nicht zur Seite, flößt beim Bremsen ausreichend Vertrauen ein, sogar flott durch die Kurve macht er auf den knapp über 10 Testkilometern keine Mucken. Laut Hersteller sind 80 Kilometer mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h drin. Das Durchhaltevermögen des Pneus soll u.a. durch Kühlrippen an der Seitenwand des Reifens vergrößert werden.

So sieht also die Zukunft aus: Da man kein Ersatzrad oder Reparatur-Kit mitführen muss (der Reifen selbst ist die gesetzlich vorgeschriebene Notfalllösung), ergibt sich jedenfalls eine Gewichtseinsparung. Keinesfalls muss man mehr an ungünstiger Stelle, mitten in der Nacht oder an einer stark befahrenen Straße zu Boden gehen, um den Pneu zu tauschen.

Auch was Nassgrip, Kurvenhalt und andere Fahreigenschaften betrifft, soll der DriveGuard mit Konkurrenzprodukten ohne Runflat-Technologie mithalten oder diese sogar übertreffen. Ab Sommer 2016 werden auch Winterreifen mit der DriveGuard-Technologie erhältlich sein. Die Preise kündigt Bridgestone mit dem Vokabel „kompetitiv“ an.

Alles gute Nachrichten für den modernen Instagram-Husband, dem nicht länger droht, mit einem verzagten Posting auf die Unbill des Patschens reagieren zu müssen. Beherzt – wie die Mannesmänner der 1960er-Jahre zum Wagenheber – greift er zum mobile device und dokumentiert milde lächelnd das Missgeschick.