Beiträge

46_VW_Arteon_Salzburg_Osterfestspiele_2017

Große Bühne für den VW Arteon

Große Bühne für den VW Arteon


Ihr Auftritt, bitte!





Volkswagens neues Luxus-Coupé VW Arteon feiert seinen ersten Österreich-Auftritt in festlichem Rahmen. Aber feine Autos haben bei den Salzburger Osterfestspielen Tradition. Was nicht zuletzt an der Autoliebe ihres Gründers lag.

Von Franz J. Sauer

Zum 50-Jahre Jubiläum der Salzburger Osterfestspiele fährt Volkswagen mit einer komplett neuen Limousine vor. Noch vor der offiziellen Markteinführung im Juni 2017, gibt der neue VW Arteon, eine elegant-sportliche Limousine in der Tradition der feinen Gran Turismo (eine Gattung, die bislang im Konzern den großen Audis vorbehalten blieb), sein Debut in der Mozartstadt, wo 10 Fahrzeuge von 8. bis 17. April im kulturellen VIP-Shuttle-Einsatz stehen.

Herbert von Karajan, der die Osterfestspiele vor 50 Jahren ins Leben rief, hätte jedenfalls seine Freude mit den edlen Neu-VW. Schließlich fuhr der ausgewiesene Porsche-Fan stets auch VWs, zunächst über viele Jahr den legendären Käfer in diversen Ausfertigungen, später dann einen VW Scirocco, Baujahr 1981.





Die Partnerschaft zwischen der Volkswagen AG und den Osterfestspielen Salzburg hat bereits über viele Jahre Tradition. Eine aus 25 Fahrzeugen bestehende Shuttle-Flotte setzt sich aus den Top-Modellen der Konzernmarken Volkswagen, Audi, Porsche und Bentley zusammen. Dienstantritt war Samstag, 8. April, als mit der Opernpremiere von Richard Wagners Walküre (einer Neuauflage der Ursprungs-Inszenierung von Karajan aus dem Jahr 1967)  die diesjährigen Osterfestspiele offiziell eröffnet wurden.

Noch ein paar Worte zum neuen, großen VW: Der Arteon stellt innerhalb der VIP-Flotte das neueste Modell von Volkswagen dar. Die fünftürige Limousine begeistert nicht nur durch ihre aerodynamische Silhouette oder die rahmenlosen Seitenfenster, sondern erfüllt auch höchste Ansprüche an Komfort, Fahrsicherheit und Infotainment. Teilautomatisierte Fahrfunktionen, digitale Instrumente und ein großzügiges Platzangebot mit ausgezeichneter Beinfreiheit im Fond runden das Gesamtkonzept des Arteon perfekt ab. Moderne, hocheffiziente, leistungsstarke 4-Zylinder Motoren als Front- oder Allradantrieb sorgen für kultivierte Fahrten und ein Maximum an Dynamik.



vw-volkswagen-golf-gte-gestensteuerung

Intuitiv! Gestensteuerung im VW Golf 7

The Power of Gestures

Intuitiv! Gestensteuerung im VW Golf 7



Nicht nur in der Liebe zählen kleine Gesten mehr als große Worte: Neuerdings gilt das auch für die Gestensteuerung im neuen VW Golf, denn die macht die Bedienung des optionalen Navigationsgeräts Discover Pro komfortabler denn je.

by Patrizia Zernatto

Es sind die kleinen Gesten, die zählen.

Für die 7. Generation des VW Golf war zur Halbzeit ein Update zur Modellpflege fällig und obwohl sich optisch wenig getan hat, gibt es vor allem im Infotainment-Bereich ein paar spannende Neuheiten.

Das Active Info Display (als Extra) mit 12,3 Zoll-Monitor auf dem sich die Instrumente und individuelle Informationen einblenden lassen, sticht sofort ins Auge. Serienmäßig ist das Discover Media Navigationssystem mit 8 Zoll großem Touchscreen-Farbdisplay im Golf 7 verbaut, doch wer sich für das optionale Discover Pro entscheidet, der kann dieses in Zukunft im gelifteten Golf auch via Gestensteuerung bedienen. Das 9,2 Zoll große Display mit einer Auflösung von 1.280 x 640 Pixel lässt sich nun wahlweise über das Lenkrad, die Sprachsteuerung, per Touch und eben auch per Gesten steuern. So kann man mit einer simplen Handbewegung zum Beispiel von Radiostation zu Radiostation, von Song zu Song oder auch von Foto zu Foto springen. Man kann damit aber auch Systemeinstellungen des Fahrzeuges, wie etwa die Lichtintensität der Innenbeleuchtung, definieren und der Fahrer erkennt bei jeder Geste anhand eines Farbcodes auf der Benutzeroberfläche, wo die Gestensteuerung greift und wo nicht. Im Zweifelsfall stehen natürlich wie bereits erwähnt auch die klassischen Bedienungsoptionen zur Verfügung. Sicher ist sicher.





Erste Tests verliefen durchwegs positiv, doch ist das System definitiv noch ausbaufähig. Vor allem die Gesten-Bedienung während des Fahrens will gelernt sein. Intuitiv greift man schnell Mal zum nicht vorhandenen Drehregler, doch da wir das fröhliche Gewische aus der Smartphone- und Tablet-Welt ohnehin gewohnt sind, ist die richtige Bedienung auch hier nur eine Frage der Zeit und der Geduld.

Auch sonst braucht man Geduld, wenn man auf wirklich große Design-Veränderungen wartet. Die einzelnen Varianten (Zwei- und Viertürer, Golf GTI, Golf GTE, Golf Variant, e-Golf, Golf R und Golf GTD) wurden zwar alle gleichzeitig präsentiert, doch allzu viel hat sich nicht getan. Bei genauem Betrachten fallen die neuen Scheinwerfer auf, die jetzt gegen Aufpreis mit Voll-LEDs ausgestattet sind. Die Stoßfänger sind ein wenig kantiger und die vorderen Kotflügel wurden überarbeitet. Volkswagen spricht daher auch eher von einem Update als von einem Facelift. Nun, die Computer-Sprache passt zumindest zum technischen Fortschritt im Golf.


Photo & Video Credit: Volkswagen

WIENER Handwerk-28

Crafter2Craftsmen

Eine Runde durch Europa

Crafter2Craftsmen-Tour

Was würden sie tun, wenn sie bei einem Ausdauertest 42.000 Kilometer durch Europa fahren? Im Rahmen der Crafter2Craftsmen-Tour waren die Ziele klar definiert: Handwerker, die eine originelle Geschichte erzählen können. Und so landete der VW Crafter auch im Waldviertel.

Text: Hannes Kropik



Matthias Göttenauer hat ein Faible für Autos. Und für Reisen. Als Geschäftsführer der Agentur experience verbindet er seine beiden Fachgebiete und organisiert seit Jahren Events und Projekte, bei denen das Fahrerlebnis im Mittelpunkt steht. Als er gelesen hatte, dass der neue VW Crafter ein Serviceintervall von 50.000 Kilometern hat, kam ihm wieder einer jener Ideen, die in eine längere Ausfahrt mündete: „Ich wollte ausprobieren, wie sich der Van auf einer Ausdauerfahrt tatsächlich verhält. Aber nur einfach sinnlos in der Gegend herumfahren wollte ich mit meinen Kollegen auch nicht, also haben wir beschlossen, Menschen zu besuchen, die irgendetwas besonders gut können und eine interessante Geschichte zu erzählen haben.“



Und so entstand das Projekt Crafter2Craftsmen-Tour, auf der der Crafter bis Ende Februar 2017 mehr als 42.000 Kilometer quer durch Europa und Marokko zurücklegen sollte. Anfang November 2016 startete die Reise in Hannover (wo der Crafter gebaut wird): „Als erstes haben wir den Kaffeeröster Andreas Berndt besucht. Wir haben vorher recherchiert und in jedem Land fünf handwerkliche Betriebe in die engere Auswahl gezogen.“

Letztendlich, so das Konzept, sollte in jedem Land nur ein spezieller Handwerker besucht werden. In den Niederlanden war es ein Betrieb, der nicht nur alte Windmühlen restauriert, sondern auch weltweit neue baut; in Frankreich der Bootbauer Jean-Marie Jezequel, der – in vierter Generation – Pläne nicht am Computer, sondern traditionell von Hand zeichnet. „Wir haben sehr viele spannende Menschen kennengelernt“, fasst Göttenauer zufrieden zusammen. „Und wir haben gesehen, dass Handwerk zwar nach wie vor traditionell und bodenständig ist, sich aber dennoch an die veränderten Zeiten anpassen kann.“



In Österreich machte die Crafter2Craftsmen-Tour im hohen Norden Station: Im kleinen Waldviertler Ort Reitzenschlag (bei Litschau nahe der tschechischen Grenze) besuchte die Craftercrew Familie Schuh, die aus Fischhäuten Leder herstellt und daraus verschiedenste Accesoirs vom Brillenetui bis zur eleganten Handtasche produziert. „So familiär wurden wir sonst nirgends aufgenommen. Herr Schuh hat uns nicht nur den ganzen Betrieb erklärt, sondern auch zum Mittagessen eingeladen. Es gab hervorragenden Karpfen aus eigener Zucht.“

Nach dem Waldviertel neigt sich die Reise langsam dem Ende zu, die 42.000-Kilometermarke wurde kurz danach in Polen geknackt. Interviews mit allen besuchten Handwerkern, sowie Videos von allen Stationen, gibt es auf http://crafter2craftsmen.com/de/

Der Crafter selbst wird seine Reise in Hannover beenden, wo er im VW Nutzfahrzeuge-Kundenzentrum ausgestellt wird: „Wir haben von jedem Handwerker ein kleines Souvenir mitgenommen, das im Wagen ausgestellt wird. Jedes Stück, etwa ein kleines Whiskeyfass aus Norwegen oder eine schottische Dudelsackpfeife, erzählt seine ganz eigene Geschichte.“

Mit dem Crafter selbst war Matthias Göttenauer sehr zufrieden: „Das Auto hat einwandfrei funktioniert. Aber ganz ehrlich: Ich wäre auch enttäuscht, wenn ein Nutzfahrzeug nach 40.000 Kilometern irgendwelche Macken hätte.“


VW Golf GTD Mallorca Maquez-6

VW Golf Update: Mehr vom Besseren

Siebte Golf-Generation aufgewertet

Mehr vom Besseren



Rainer Behounek, knallharter Autotester, träumt vom sonnigen Süden und was er dort alles mit dem aufgefrischten VW Golf anstellen könnte: am Ballermann einefetzen,  Sangria-Leergut entsorgen, zwischen Starbucks, Bars und Restaurants hin- und herpendeln, …


_H__8652

Schnellster VW Beetle der Welt: 328 km/h

Angeschärfter Kugelporsche macht Urahn Herbie stolz

Schnellster VW Beetle der Welt

Schneller Käfer! Mit 328 Stundenkilometer brannte ein auf 550 PS geschärfter Kugelporsche einen beeindruckenden Weltrekord in den großen Bonneville-Salzsee! Schnellster VW Beetle ever!

von Thomas Geiger



Beim traditionellen World of Speed Event auf dem Lake Bonneville in Utah (USA) hat ein speziell getunter Volkswagen Beetle einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt. Der Beetle LSR (Land Speed Record) mit einem 2.0 Liter-Turbo-Direkteinspritzer (TSI) erreichte über die Distanz von einer Meile mit 328,195 km/h (205,122 mph) die schnellste jemals für einen Beetle dokumentierte Geschwindigkeit.

Für die Spitzengeschwindigkeiten von weit über 300 km/h wurde der Beetle LSR in weiten Teilen überarbeitet und dem vorgegebenen Reglement für Salz-Rekordfahrten angepasst: Die Motorleistung des 2.0 Liter-TSI (unter anderem mit neuem Turbolader, anderen Kolben, Nockenwellen, Pleuel und Zylinder-Kopf-Modifikationen) wurde auf einen Spitzenwert von 550 PS gesteigert. Gleichzeitig glänzt das Rekordfahrzeug mit einem beeindruckenden Drehmoment von 571 Newtonmeter.

Herbie kann stolz sein!


hyundai-i30-001

Hyundai i30: So will er den Golf schlagen

So will der Hyundai i30 den Golf schlagen

Kultivierte Fadesse aus Korea

Text: Thomas Geiger



Er ist der kleinste gemeinsame Nenner und deshalb der größte Erfolg: Weil es der VW Golf allen recht machen will, hat er zwar keinen sonderlich ausgeprägten Charakter, dafür aber umso mehr Kunden – und steht deshalb seit Jahrzehnten in der Zulassungsstatistik ganz oben. Und weil Koreaner schlaue Leute sind und schneller lernen als der Rest der Welt, hat sich Hyundai den Besteller aus Wolfsburg zum Vorbild genommen.

Wenn die Streber aus dem fernen Osten Ende Januar mit günstigen Preisen gegen Golf & Co die dritte Generation des i30 an den Start bringen, dann punkten sie deshalb vor allem mit kultivierter Langeweile und ziehen gegen den Branchen-Primus mit seinen eigenen Waffen ins Feld.



Stimmiges Design ohne Ecken und Kanten

Das Design zum Beispiel ist zwar komplett neu. Der i30 trägt als erster Hyundai den Kaskaden-Grill. Und aus welcher Perspektive man den Fünftürer auch anschaut, sieht er stimmig und solide aus. Doch es gibt nichts, woran der Blick haften bleibt und nichts, woran er sich reiben könnte. Sondern genau wie beim Golf ist die Form schon vergessen, noch bevor der i30 um die nächste Kurve verschwunden ist.

Innen sieht es nicht viel anders aus. Die Oberflächen fühlen sich gut an, die Displays sind gestochen scharf, die Schalter wirken wertig und alles ist fein säuberlich sortiert – aber auch im Cockpit gibt es kein Augenzwinkern und keine Aha-Effekt, sondern die nüchterne Perfektion einer deutschen Amtsstube.


Statt auf- oder zumindest anzuregen, will der i30 lieber besänftigen, entspannen und beruhigen. Die dritte Auflage des Kompakten, wieder weitgehend in Rüsselsheim entwickelt und in Tschechien gebaut, ist deshalb ein buchstäblich grundsolides Auto, das sich von nichts und niemandem aus der Ruhe bringen lässt. Nicht umsonst hat Hyundai die Karosseriesteifigkeit mit mehr als 50 Prozent hochfesten Stählen und 120 Metern Klebenaht erhöht, den Wind wirkungsvoll ausgesperrt und den ganzen Wagen so gut gekapselt, dass man sich wie sonst nur in deutlich teureren Modellen der Welt noch entrückter fühlt.

Nur beim Fahren selbst begnügt sich Hyundai nicht mehr mit der Rolle als Langeweiler. Wo die Koreaner bislang eher nüchterne und deshalb relativ kühle Autos gebaut haben, kommt jetzt tatsächlich ein wenig Fahrspaß auf. Ein echter Pulsbeschleuniger ist der nächste i30 zwar nicht. Diese Rolle soll schließlich bald der GTI-Gegner des neuen Sportablegers N-Brand spielen, dem deutlich mehr als 200 PS nachgesagt werden. Doch statt teilnahmslos im Verkehr mit zu schwimmen, greift man jetzt viel beherzter ins Lenkrad, hat ein besseres Gefühl für die Fahrbahn und immer mal wieder ein Grinsen im Gesicht: Der i30 reagiert schneller, fährt vorhersehbarer, federt ohne Komforteinbußen straffer und macht einen rundherum engagierteren Eindruck.

Motoren zurückhaltend

Bei den Motoren allerdings üben die Koreaner vorerst noch Zurückhaltung: Es gibt zunächst nur drei Diesel und drei Benziner im schmalen Band zwischen 95 und 140 PS. Der ganze Stolz der Ingenieure ist ein neuer 1,4-Liter-Turbo. Der Motor ist zwar flüsterleise, hat einen soliden Antritt und passt vor allem mit der Doppelkupplung gut zum strebsamen, unaufgeregten Wesen des i30, fährt mit 140 PS und 242 Nm aber leistungsmäßig nicht in der ersten Liga. Für den Sprint von 0 auf 100 muss man sich deshalb 9,2 Sekunden Zeit lassen und mehr als 205 km/h sind nicht drin. Aber dafür stehen im Datenblatt auch nur 5,5 Liter und für notorische Raser gibt’s ja bald Nachschlag im Zeigen des N.

Die solide Karosserie und das piekfeine Innenleben erinnern nicht von ungefähr an VW und bei 4,34 Metern Länge, 2,65 Metern Radstand und 395 bis 1301 Litern Kofferraum sind auch die Platzverhältnisse vergleichbar. Doch bei der Ausstattung fahren die Rivalen einen konträren Kurs. Während VW für Geld und gute Worte fast alles einbaut, was gut und teuer ist, bietet Hyundai Technik um der Tecgnik willen erst gar nicht an. Matrix-Licht oder ein digitales Cockpit sucht man deshalb vergebens. Dafür schüren die Koreaner schon für das Basismodell ein stolzes Paket mit Tempomat, Spurhalte- und Fernlicht-Assistent, Müdigkeitswarner und City-Notbremsfunktion und haben auf der Optionsliste nur Extras, die wirklich einen Kundennutzen versprechen und trotzdem reichen, um die Asien-Konkurrenz zu düpieren. Denn LED-Scheinwerfer, Apple CarPlay oder Android Auto, Abstandsregelung und schlüsselloses Zugangssystem  haben Honda, Toyota & Co in dieser Klasse noch nicht durchgängig zu bieten.

Zwar ist es für Hyundai wahrscheinlich sogar ein Lob, wenn man im i30 einen kultivierten Langweiler vom Schlage des Golf erkennt. Doch wie jeder Streber träumt auch der Aufsteiger aus Korea von der Rolle als Verführer und will deshalb auch die Herzen gewinnen und nicht nur das Hirn. Deshalb haben die Koreaner bereits eine große Familienplanung gemacht und neben dem Kombi für Genf zur IAA eine weitere Karosserievariante angekündigt. Als Mischung aus Coupé und Steilheck soll den Kunden dann tatsächlich den Kopf verdrehen und alles sein, nur nicht langweilig.

NAIAS Detroit 2017, Volkswagen Pressekonferenz

VW Buzz: Bulli, aufgeladen

VW buhlt um die Gunst der Amerikaner

VW Buzz: Bulli, aufgeladen

von Thomas Geiger



Sie können es einfach nicht lassen. Weil der legendäre Buli ein Sympathieträger ist und VW gerade in Amerika jedes Wohlwollen brauchen kann, rollen die Niedersachsen zur Autoshow in Detroit jetzt schon wieder eine Kleinbusstudie ins Rampenlicht, die mit dem Geist von Gestern spielt – nach den Microbussen aus den Jahren 2001 und 2011 und dem Buddy von der CES 2016 bereits zum vierten Mal. Doch gestrig sind an dem Auto mit dem trendigen Namen „Buzz“ allenfalls die Grundidee für das Design und die Wurzeln, die zurück bis zum ersten VW Bus reichen. Alles andere schlägt eine Brücke in die nahe Zukunft. Denn nach dem kompakten ID Concept von der Motorshow in Paris nutzt auch der Mircrobus 3.0 die Architektur des Modularen Elektrizitätsbaukastens und gibt so einen wieder etwas konkreten Ausblick auf das so dringend nötige designierte Akku-Auto von VW und zeigt zugleich, wie weit man auch diese Plattform spreizen kann.



Ausgewachsen

Wo der ID aus Paris so zierlich wirkt wie ein Polo, ist der Buzz deshalb ein ausgewachsenes Auto: Der Radstand misst gewaltige 3,30 Meter, vom Bug zum Heck sind es insgesamt 4,94 Meter und weil der Antrieb im Wagenboden verschwindet und so der gesamte Platz für Kind und Kegel zur Verfügung steht, bietet der Buli von Morgen bis zu acht Sitze und hat sogar zwei Kofferräume. So kann man hinten zwischen 660 und 4 600 Litern einladen und vorne noch einmal 200 Liter Gepäck unterbringen. Trotzdem ist der Buzz ein handliches Auto, verspricht VW. Weil man die 22 Zöller ungewohnt weit einschlagen kann, liegt der Wendekreis unter elf Metern.

In Fahrt bringen den Buzz zwei E-Maschinen an Vorder- und Hinterachse, die auf zusammen 374 PS kommen, in knapp fünf Sekunden auf Tempo 150 beschleunigen und bei 160 Sachen abgeregelt werden. Gespeist aus den Lithium-Ionen-Akkus im Wagenboden fährt der BUZZ bis zu 600 Kilometer weit, bevor die 111 kWh erschöpft sind. Und damit man danach nicht so lange mit dem Weiterfahren warten muss, sorgt ein 150 kW-Lader, wo verfügbar, für kurze Boxenstopps: Binnen 30 Minuten sind die Akkus zu 80 Prozent gefüllt.

Weil das Auto schon wieder ein halbes Jahr weiter ist und die Platzverhältnisse ganz anders sind, unterscheidet sich das Konzept des BUZZ vom ID vor allem im Innenraum – und ist viel konsequenter auf den „Pilot-Mode“ zugeschnitten. Denn wenn die Elektronik das Kommando übernimmt, dann muss der Fahrer auch nicht mehr das zum Lenkpad mutierte Lenkrad halten. Stattdessen kann er seinen Sitz um 180 Grad drehen und sich seinen Hinterleuten widmen. Zumal es vorne außer der Landschaft dann ohnehin nicht viel zu sehen gibt. Schließlich kommt das Cockpit komplett ohne Knöpfe aus und die einzigen Anzeigen laufen über das mit Augmented Reality angereicherte Head-Up-Display sowie ein Tablet, das man weitgehend frei im Auto bewegen und nach der Fahrt sogar mit nach draußen nehmen kann.

Zwar dauert es immer noch drei Jahre, bis der erste ID in den Handel kommt. Und selbst wenn der Silberfisch mit der gelben Bauchbinde und dem charmanten Bäuchlein noch so sympathisch ins Messepublikum strahlt, werden sie in Wolfsburg auf dieser Plattform nicht als allererstes einen Van bauen. Doch wenn es irgendwann mal klappen soll, mit dem Microbus-Revival, dann jetzt. Nicht umsonst heißt es im Volksmund: Vier gewinnt.

VW-Tiguan-Allspace@Detroit-by-Thomas-Geiger

Volkswagen Tiguan Allspace: Länge läuft

Volkswagen Tiguan Allspace – Länge läuft

Bigger and Better in the USA

von Thomas Geiger



Länge läuft – was für Segler eine Selbstverständlichkeit ist, das muss VW erst schmerzhaft lernen. Denn eine Generation lang haben die Niedersachsen beim ihrem Tiguan eine „One Size Fits All“-Strategie gefahren und alle Bedürfnisse mit einem Format abgedeckt. Doch spätestens seit die ebenso praktische wie preiswerte Schwester Skoda für ihren großen Kodiak mit Vorschusslorbeeren nur so überhäuft wird, hat offenbar auch in Wolfsburg ein Umdenken eingesetzt und der Tiguan bekommt endlich einen großen Bruder. Nein, für den Import des mehr als fünf Meter langen und zwei Meter breiten Atlas aus den USA fehlt den Managern in Wolfsburg leider der Mut. Doch immerhin bringen sie im neuen Jahr den Tiguan Allspace und ziehen ihren Bestseller dafür um 21,5 Zentimeter in die Länge.

Mit elf Zentimetern mehr Radstand und weiteren zehn Zentimetern Überhang im Heck wächst der Allspace auf 4,70 Meter. Das reicht nicht nur für einen Kofferraum, der um 115 auf 730 bis 1 770 Liter wächst. Sondern genau wie den bärigen Tschechen und den amerikanischen Atlas kann man den Tiguan Allspace auch als Siebensitzer bestellen und eine dritte Reihe aus dem Kofferraumboden klappen. Während die Amerikaner ihr SUV allerdings tatsächlich in allen drei Reihen besetzen können, klappt das in Europa nur mit Kleinkindern. Und schon die müssen sich ziemlich dünne machen, bis sie durch die Tür und an der verschiebbaren zweiten Reihe vorbei in den Fond geklettert sind.

Während sich hinten also einiges ändert beim Allspae, bliebt vorne alles beim alten: Auch den Tiguan XL gibt es mit drei Benzinern von 150 bis 220 und drei Dieseln von 150 bis 240 PS. Es gibt di gleichen Ausstattungsvarianten und –optionen und die Designänderungen sind so marginal, dass selbst Entwicklungschef Frank Welsch dreimal hinschauen muss, wenn er einen Unterschied ausmachen will.

Zwar ist der neue Tiguan Allspace das praktischste SUV in der VW-Familie als vollwertige Familienpackung und zugleich eine ernsthafte Gefahr für die Siebensitzer von Caddy und Touran. Doch weil es ja gerade beim SUV nicht immer nur Praxistauglichkeit, sondern oft genug auch um Prestige geht, wollen es die Niedersachsen dabei nicht belassen. Als dritten im Tiguan-Bunde gibt es deshalb bald noch ein sportliches SUV-Coupé und für alle, die es wirklich groß wollen, kommt zum Ende des Jahres ein neuer Touareg. Nicht viel geräumiger, aber nochmal ein bisschen länger. Läuft!