Autonome Fahrzeuge mit visionären Kugelreifen

Ist das Goodyear Eagle-360 Reifen-Konzept die Zukunft?

Das fünfte Element, I, Robot, Tron: Legacy und viele mehr: Die Filmindustrie war uns schon immer einen Schritt voraus und daher schweben automobile Fahrzeuge mit Kugelreifen schon seit den 90igern über die Straßen, ganz abgesehen von fliegenden Autos, die schwindelfrei an Wolkenkratzern vorbei gesteuert werden. Vom Auto-Flugzeug für die breite Masse sind wir (wohl zum Glück) noch weit entfernt, jedoch präsentierte der weltbekannte Reifenhersteller Goodyear erst neulich beim Genfer Automobilsalon seine neueste Reifen-Kreation, den Eagle-360.

by Patrizia Zernatto

Runde Aussichten für die Zukunft

Dieses revolutionäre Reifenkonzept im Form einer Kugel könnte die Fortbewegungs-Industrie vollkommen auf den Kopf stellen. Und natürlich, wie beinahe alles sonst auch, kommen die Reifen aus dem 3-D Drucker anstelle eines Presswerks.

Aber wie funktioniert das Konzept hinter dem Kugelreifen?
Nun, laut Hersteller sollen die vier Gummi-Kugeln einfach durch Magnetschwebetechnik über einem Magnetfeld schweben. Wie dadurch jedoch eine Verbindung zur Karosserie hergestellt wird, lässt Goodyear bislang noch offen. Denkbar ist etwa ein Elektromotor, der im Inneren der Kugeln integriert ist und so würde man auch im Fahrzeug selbst mehr Platz schaffen und Gewicht einsparen.

Wie sieht es mit der Sicherheit aus?
Um autonomes Fahren Mainstream-tauglich zu machen, müssen auch die Sicherheitsanforderungen erfüllt werden, denn die Insassen können kaum noch ins Fahrgeschehen eingreifen. Die Kugelreifen sind daher mit einer Reihe an Sensoren ausgestattet, die die Fahrbahneigenschaften und die Oberflächenstruktur erkennen und diese Informationen schnellstmöglich zur Steuerzentrale weitergeben. Da das Profil per 3-D Druck hergestellt wird, kann man es auch den für die Region typischen Wetterbedingungen anpassen. So ermöglicht die block- und rillenförmige Profilgestaltung dem Reifen sich bei Nässe der Wellenbewegung des Wassers anzupassen und somit gegen Aquaplaning zu schützen. Wie es jedoch mit dem bekannten “Nagel im Reifen” aussieht, ist auch noch fraglich – teuer wird es jedoch bestimmt.

Und wie wird geparkt?
Der Goodyear Eagle-360 lässt sich in alle Richtungen manövrieren (aufgrund der Kugelform auch 360-Grad-Drehungen möglich) und das wiederum ermöglicht platzsparendes Einparken. Das Auto fährt neben die freie Parklücke und rollt dann einfach seitwärts hinein. Rückwärts einparken so etwa vollkommen, aber das erleichtert nicht nur das Einparken, denn das Auto bekommt somit auch mehr Stabilität, da zum Beispiel einem ausbrechenden Heck gegengesteuert werden kann.

Ein paar Jahre dauert es bis zur geplanten Serienumsetzung 2030 noch und bis dahin dürfen wir auch noch selbst ans Steuer. 

Video Credit: Goodyear .UK