Rüsselsheimer Zukunft?

Der Opel GT X Experimental

Ein Jahr nach der Übernahme durch den PSA-Konzern sucht Opel so langsam seinen Platz in der neuen Markenfamilie. Deshalb arbeiten die Hessen in Abgrenzung zu Peugeot, Citroen und DS ihre eigene Identität heraus und setzen dabei auf einen Stil, den sie ein bisschen sperrig „New Germanness“ nennen. Das klingt zwar nach neuen Ufern, fußt aber auf alten Werten: Qualität, ein entschlacktes Design und vor allem Nahbarkeit soll es sein, was die Marke künftig ausmacht, sagt Firmenchef Michael Lohscheller und illustriert das mit einer Studie, die den Weg in die Zukunft weisen soll.

Von Thomas Geiger

GT X Experimental heißt das Schaustück, das diesmal weder Sportwagen noch Luxusliner ist, sondern ganz bodenständig und eben nahbar ein kompakter Geländewagen vom Format des Mokka X. Allerdings einer, der in jeder Hinsicht frisch und futuristisch ist. Das gilt für den schlichten und deshalb umso spannenderen Auftritt mit dem für künftige Serienmodelle fest eingeplanten Visier anstelle eines konventionellen Kühlergrills genauso wie für den aufs absolut Nötigste reduzierten Innenraum und erst recht für den Antrieb. Schließlich fährt der GT X rein elektrisch und wird gespeist aus einem mit 50 kWh zwar bescheidenen, aber dafür auch bezahlbaren Lithium-Ionen-Akku, den man – ein bisschen Träumerei muss schließlich sein – induktiv und deshalb ohne Stecker laden kann.

Das Auto ist eindrucksvoll und aussichtsreich, zumal es angeblich gute Chancen hat, zum elektrischen Nachfolger des Mokka X zu werden und so zugleich die ungeliebte, weil nicht ausreichend verfügbare GM-Altlast Ampera-E zu ersetzen. Erst recht, nachdem Opel im ersten Halbjahr zum ersten Mal seit Urzeiten schwarze Zahlen geschrieben und sich so ein Lob und etwas Freiheit aus Paris verdient hat. Doch zeigt die Genese des Showcars auch, wie dick die Daumenschrauben sind, die der PSA-Konzern den Hessen angelegt hat. Denn statt das Showcar feierlich auf einer Messebühne zu enthüllen, muss diesmal eine E-Mail mit den Fotos reichen. Aber vielleicht fließt das gesparte Geld ja in die Serienentwicklung der Studie, da wäre es zumindest gut angelegt.