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Original oder Nachbau, was soll denn nun ins Auto?

Da scheiden sich die Geister…

Original oder Nachbau, was soll denn nun ins Auto?

Wer sein Auto liebt, der verwendet beim Service oder bei Reparaturen nur Originalteile, oder? Hier scheiden sich die Geister, denn Ident-, Nachbau- und selbst Austauschteile kosten nicht nur weniger, sie sind auch nicht unbedingt schlechter als die Originale.

by Patrizia Zernatto

Die Qual der Wahl

Tests von diversen Automobilclubs zeigen es immer wieder aufs Neue, Reparatur ist nicht gleich Reparatur und bei den Ersatzteilen variiert die Qualität dramatisch. Aftermarket-Teile werden in verschiedenen Qualitätsstufen angeboten und für den Laien kann die Entscheidung für die “richtigen” Autoteile leicht zu einer Qual werden. Neben den teuren Originalteilen gibt es auch noch Identteile, Nachbauteile und Austauschteile. Aber was ist jetzt eigentlich was?
Viele Autofahrer denken, dass Originalteile mit dem Logo des Fahrzeugherstellers auch von diesem gefertigt werden. Da kaum ein Automobilkonzern Ersatzteile wie Bremsen oder Stoßdämpfer selbst produziert, tragen Originalteile als Ersatzteile das entsprechende Logo, ganz egal, ob die Teile vom Fahrzeughersteller selbst kommen oder von ausgewählten Zuliefererfirmen hergestellt und mit dem Herstellerlogo bedruckt werden.

Wenn eben diese Zulieferfirmen die Teile unter eigenem Namen und mit eigenem Logo für freie Werkstätten anbieten, dann sind das Identteile. Die Preise sind unterschiedlich, die Qualität jedoch oft identisch. Diese deutlich preiswerteren Teile sind dann absolut bau- und funktionsgleich, da sie nach den gleichen Kriterien und auch auf den gleichen Maschinen gefertigt werden. Preisvergleiche ergeben immer wieder, dass Teile des freien Teilemarktes meist preiswerter sind, obwohl diese oft vom selben Fertigungsband kommen. Der Begriff ist jedoch nicht geschützt und es gibt keine unabhängigen Qualitätsprüfungen.

Nachbauteile werden allerdings von Firmen produziert, die nicht direkt an den Fahrzeughersteller liefern und nicht deren strenger Vorschriften unterliegen. Die Teile entsprechen allerdings im Grunde den Normen und weisen oft ebenfalls hohe Qualität auf. Pauschal lässt sich die Qualität von Nachbauteilen nicht beurteilen, bei namhaften Zulieferern kann man jedoch meist ein hohes Niveau erwarten.

Austauschteile sind alte oder defekte Teile, die standardisiert aufbereitet werden. Neben dem Kostenvorteil von durchschnittlich rund 30 Prozent schneiden Austauschteile durch das Wegfallen vieler Fertigungsprozesse bei der Aufbereitung in der Ökobilanz auch besser ab. Selbst einige Hersteller führen Produktlinien mit erneuerten Teilen, denn diese werden genauso geprüft und müssen die gleichen Anforderungen erfüllen, wie die Originalteile.

Im Internet findet man manchmal unglaubliche Schnäppchen und viele günstige Ersatzteile, doch wer auf den Preis schaut und gleichzeitig auf Nummer sicher gehen möchte, der lässt sich am besten von einem unabhängigen Teile-Fachmann über die Produktvielfalt informieren. Bei der Instandsetzung eins jüngeren Fahrzeuges setzt man gerne auf Originalteile. Sicher ist sicher, denn vor allem in der Garantiezeit ist man damit gut beraten. Es müssen aber nicht immer teure Originale sein, denn beispielsweise beim Austausch eines Auspuffs kann man mit gutem Gewissen auf ein Nachbauprodukt zurückgreifen. Laut diversen Untersuchungen ist das Einsparpotenzial vor allem bei Lichtmaschinen, Wasserpumpen und Anlassern besonders hoch. Im Fall eines älteren Autos ist man mit günstigeren Aftermarket-Produkten auf jeden Fall gut beraten. Wenn das Fahrzeug schon sehr viel älter ist, hat man oft keine andere Wahl, als auf aufbereitete Austauschteile zurückzugreifen. Vor billigen Plagiaten aus Fernost warnen jedoch die Automobilclubs eindringlich, denn in Sachen Haltbarkeit schneiden diese Teile deutlich schlechter ab.

(Weitere Infos bietet der ADAC in einem Preisvergleich – Stand 12/20015)

Photo & Video Credit: Mercedes-Benz USA, ADAC

Patrizia Zernatto

Unter dem Pseudonym P.S. Hunter war „Pacey“ lange Zeit als US-Korrespondentin für Motorblock tätig.

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