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Verkehrte Welt: So sehen die Amerikaner das Tesla Model 3

Während Europa noch skeptisch ist, sind die Amerikaner bereits Feuer und Flamme

Verkehrte Welt: So sehen die Amerikaner das Tesla Model 3

„Wos da Österreicher net kennt, mog a net.“ Wir Österreicher sind von Grund aus skeptisch und oft erspart uns das einiges an Kummer und Sorgen. Veränderungen möchten wir schon gar nicht. Ganz anders sieht es da mit den Amerikanern aus. Wenn „New“ drauf steht, dann muss man zumindest einen Blick riskieren und im Fall vom brandneuen Tesla Model 3 auch gleich mal ohne viel überlegen vorbestellen. Der niedrige Preis des Model 3 spielt sicherlich die größte Rolle für das explosionsartige Interesse der Amis, aber wer weiß, vielleicht katapultiert sich Tesla damit wirklich auf einen “Stockerlplatz” in der Automobilbranche.

Feuer und Flamme ganz ohne Zündkerzen

Als Tesla vor knapp zwei Wochen das coupéhafte Model 3 mit überraschend niedrigem Preis in Kalifornien präsentierte, war der Elektro-Automobilherstller in aller Munde. Selbst im Fitnesscenter wurde ich von einer Freundin darauf angesprochen, ob ich schon von diesem „schnuckeligen“ Tesla gehört hätte und ob ich ihr raten würde auch gleich eine Vorstellung darauf abzugeben. Nun, als skeptischer Österreicher und eingeschworener V8-Fan sollte ich ihr wohl davon abraten, vor allem da Tesla selbst sagt, dass das vorgestellte Model mehr als Prototyp anzusehen ist und sich noch ein paar Details (vor allem der Innenraum) ändern werden und noch dazu wird das Model 3 ohnehin nicht vor Ende 2017 ausgeliefert. Ein nie da gewesener Vorbestellungsrekord von 325.000 Kaufwilligen (davon allein 200.000 allein in den ersten 24 Stunden) würde zwar dem Automobilhersteller auf einem Schlag etwa 14 Milliarden Dollar Umsatz einbringen, das exklusive Image von Tesla allerdings ein wenig Richtung Volkswagen abdriften lassen. Andererseits lebe ich schon seit einigen Jahren als US-Korresponent in Kalifornien und hier tickt man nun mal ein wenig anders. Für 35.0000 Dollar bekommt man als kauffreudiger Amerikaner (der Europa-Preis steht noch nicht fest) einen extrem schnittigen und sparsamen Elektro-Schlitten mit 345 km Reichweite, der einen unter sechs Sekunden von 0 auf 100 km/h befördert und noch dazu Platz hat für fünf. Die meisten Vorbestellungen gehen Tesla-Typisch ohnehin nach Asien, somit bekommt man das Mainstream-Image in Amerika nicht wirklich so extrem zu spüren und noch dazu bekommt man die angezahlten 1.000 Dollar im Fall der Fälle sogar zurück. Was spricht daher noch dagegen?
Obwohl wie gesagt noch Änderungen anstehen, sah man den Tesla Model 3 bereits auf den Straßen Kaliforniens und Dank Smartphones gibt es davon natürlich auch ein Video. Anhand der großen Begeisterung wollen die meisten Tesla Fans anscheinend aber gar keine großen Sprünge mehr sehen. Die coupéartige Form gefällt, der schwunghafte Aufstieg der Fensterlinie hinter der B-Säule auch und der Bildschirm im ungewöhnlichen Querformat als Zentrum des Armaturenfeldes ebenso. Elon Musk, ein Mann mit Vision und seines Zeichens Tesla-Chef, sprach aka twitterte online davon, dass sich vor allem das Cockpit noch ändern soll und vor kurzem hörte man auch Gerüchte, dass es eine Zusammenarbeit mit LG geben wird. Das wäre aber weniger eine Änderung als eine Aufwertung, denn die Rede war von einem gebogenem OLED Display mit ultra hoher Auflösung und extremer Bildschärfe.
Man kann es Tesla nach den letzten verlustreichen Jahren nur Wünschen, dass die amerikanische Euphorie anhält und sich die anderen Märkte davon anstecken lassen. 
Photo & Video Credit: Tesla, Tesla Motors Fans

Patrizia Zernatto

Unter dem Pseudonym P.S. Hunter war „Pacey“ lange Zeit als US-Korrespondentin für Motorblock tätig.

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