Frachtschiff voller Luxusautos gekentert

Volle Schlagseite

Ein Frachter voller Luxusautos kentert. Das Horrorszenario für jeden Autoenthusiasten. Nun wurde das Schiff entladen – der Inhalt sieht garnicht so schlimm aus, wird aber trotzdem verschrottet.

von Philipp Stalzer

Anfang Jänner ist es passiert. Der Frachter „Hoegh Osaka“, im Besitz eines norwegischen Frächters, verlässt den Hafen von Southampton in England und der Kapitän bemerkt leider schnell, das etwas nicht stimmt. Das Schiff bekommt vermutlich aufgrund von falscher Beladung Schlagseite. Um völliges kentern zu vermeiden, steuert der Kapitän auf eine Sandbank zu und rettet somit das Schiff, sein Leben und das von 25 Crewmitgliedern. Wir vermuten, dass es keine sehr leichte Entscheidung ist, abertausende Tonnen Stahl mit einem rund 50 Millionen Dollar teuren Inhalt mal eben auf Sand zu stellen.

Das Schicksal der wertvollen Fracht

Auch im Laderaum – voller Preziosen der englischen Automobilindustrie – konnte durch diese Entscheidung das schlimmste vermieden werden, zumindest augenscheinlich. Um das 51.000 Tonnen-„Booterl“ zurück in den Hafen zu bekommen, wurde unter Deck ein wenig umgeschlichtet. Das stellen wir uns bei Schlagseite von knapp 45 Grad ziemlich abenteuerlich vor. Trotzdem geschafft, wurde der Frachter in den Hafen zurückgeschleppt und dort entladen. Ein YouTube-Video mit einigen Fahrzeugen die das Schiff verlassen ist aufgetaucht. Demnach wird Fracht auf solchen Schiffen äußerst gewissenhaft verzurrt, aber leider nicht genug um jegliche Beschädigung zu vermeiden. 1200 englische Luxusautos von Bord des Frachtschiffes Hoegh Osaka werden verschrottet, auch wenn sie vereinzelt gar nicht so schlimm aussehen. Das ist besonders für den Besteller eines Rolls Royce Wraith im mittleren Osten bitter. Er wird noch eine ganze Weile warten müssen, bis sein individuell konfiguriertes Auto nochmal nachgebaut und versendet wird.