Frisch aus Japan

Driften für Jedermann

Seit den Achtzigern ist Driften kaum noch aus der Motorsportwelt wegzudenken und auch jede Menge Hobbyfahrer gönnen sich gern zwischendurch ein Bisschen Spaß auf einem Parkplatz – oder sonstwo. Aus Japan, wo das Quergehen quasi erfunden wurde, kommt jetzt ein neuer Trend, mit dem jeder spottbillig zum Driftking werden kann. Der Clou? Kunststoffreifen, die um die Hinterräder geschlagen werden.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: noriyaro

Möglicherweise habt ihr ja schon von Tray Drifting gehört. Hier klemmt man Metalltabletts oder auch kleine Paletten mit Rollen unter die Hinterreifen eines Fronttrieblers und schon überholt einen das Hinterteil in jeder Kurve mit einer Leichtigkeit, dass selbst ein hochgezüchteter Hecktriebler blass wird. So kann selbst der uralte, verschrottungsbedürftige Polo von der Oma noch zum Driftcar mutieren. Aufgrund der rudimentären (oder nicht vorhandenen) Befestigung der Drifthilfen kann der Spaß allerdings auch mal nach hinten losgehen und dann steht man blöd da. In Japan entsteht jetzt eine Driftsportart, die die Idee aufgreift und weiter ausfeilt. PVC Pipe Drifting nennt sich die Geschichte, bei der Kunststoffreifen um die Hinterräder des Fahrzeugs geschlagen werden, wodurch quasi derselbe Effekt entsteht, nur dass die Plastikteile recht bombenfest sitzen und somit unliebsame Überraschungen verhindert werden.

Das klingt nicht nur lustig, sondern ist auch für den Driftenthusiasten mit dem kleinen Börserl eine willkommene Neuerung. Denn weder ist ein leistungsstarkes Auto nötig, noch werden sonst irgendwelche teuren Teile benötigt. Ein abgehalfterter Kleinwagen um ein paar hundert Euro plus die simplen Kunststoffreifen ergeben schon eine explosive Mischung auf dem Drifttrack. Klar, Höchstgeschwindigkeiten erreicht man mit diesem Setup keine, aber Spaß an der Freude ist allemal drin. Außerdem verbrennt man keine Unmengen an Reifen – ein weiterer Bonus!