Eine echte Wildsau

AC Schnitzer tunt den BMW X2

Der BMW X2 ist sowieso irgendwie ein etwas sinnloses Auto – zumindest solange man rein vernünftig denkt. SUV-Basis, aber tiefergelegt und coupéhaft geschnitten, damit auch schön viel Bodenfreiheit und Platz verloren geht. Gepaart mit der durchaus sportlichen Fahranlage wird der X2 damit aber gerade allen Autoenthusiasten sympathisch. Zu denen zählen auch die Herren bei AC Schnitzer, die das SUV-Coupé jetzt veredelt haben.

Text: Jakob Stantejsky

Wie es bei den BMW-Haus-und-Hof-Tunern traditionell sein muss, wird auch der X2 zwar optisch gehörig nachgeschärft, gerät aber lange nicht in die Gefilde des grausigen Geschmacks. Tiefergelegt um etwa zwei Zentimeter wird er, außerdem bekommt er eine neue Frontschürze, einen Splitter und natürlich einen fetteren Heckspoiler. Alles zusammen entsteht so echter Anpressdruck, verkündet AC Schnitzer. Das ist schon ziemlich cool bei so einem Auto, wo Tuning oft reine Augenauswischerei ist. Rein für die Optik gibt es dann noch 19- und 20-Zoll-Felgen, auf die entweder 225er- oder gar 245er-Gummis geschnallt werden. So breite Reifen für ein doch recht kleines Auto machen in Punkto Grip sicher eine Menge aus. Die gesamte Auspuffanlage erneuert AC Schnitzer leider nicht, aber man kann sich immerhin zwischen schwarzen oder Chromendrohren entscheiden.

Die wahre Kuriosität steckt jedoch unter der Haube. Denn AC Schnitzer nimmt sich nicht etwa den 192 PS-Benziner zur Brust, sondern arbeitet mit dem 190 PS-Selbstzünder. Der wird auf 222 PS gepimpt und somit zur Topmotorisierung für den X2. Dennoch interessant, dass der eigentlich für Tuning viel typischere Ottomotor nicht zum Handkuss kommt. Damit man auch innen was von der Spezialbehandlung hat, gibt es ein paar frische Aluminium-Details, sonst ändert sich allerdings nichts.

AC Schnitzer macht aus dem BMW X2 also kein Monster, sondern nimmt die natürliche Wildheit des Crossovers her und stachelt sie nur ein wenig an. Damit wird der X2 noch individueller, bleibt aber dennoch alltagstauglich. Wahrscheinlich eine weise Entscheidung, denn kaum jemand würde sich wohl das kompakte SUV-Coupé als reinen Sportwagen zulegen.