Fiat Spider auf Mazda-Basis

Wiedergeburt und Chance

Das Verwirrspiel rund um die Roadster-Kooperation zwischen Fiat und Mazda geht in eine neue Runde.

von Philipp Stalzer

An sich hatten Fiat und Mazda vor 3 Jahren einen Kooperationsvertrag für die gemeinsame Nutzung einer Roadster-Plattform für den neuen MX-5 und einen Alfa Spider-Nachfolger unterzeichnet. Nicht die schlechteste Entscheidung, schließlich waren es die Japaner, die die dahinsiechende Fahrzeuggattung „Roadster“ in den späten 80ern wieder mit dem bunten Leben füllten. Das Know-How für tollen, unkomplizierten Fahrspaß, das die Italiener somit einkauften, soll nun aber Fiat zu gute kommen.

Fiat 124 Spider – schon patentiert

Nun wird also Fiat eine Karosse auf die Roadster-Plattform zimmern, angeblich ist das Patent für den Markennamen „Fiat 124 Spider“ (eine Reminiszenz an vergangene Tage und starkes Signal) schon eingebracht. Sehr erfreulich für Fiat, sie brauchen neue Modelle wie einen Bissen Brot. Dass sie dann so emotional ausfallen, passt zu den Italienern. Diesmal wird der Fehler, der beim letzten Roadster begangen wurde, „with a little help from my friends“ ausgebügelt.

Der Vorgänger wurde verkannt

Schon ein paar Jährchen ist es her, als die Barchetta von Fiat im großen Trend der Roadster-Emporkömmlinge mitschwimmen wollte. Nach Mazda folgten BMW, Porsche und Mercedes mit flotten 2-Sitzern, alle beachteten das international gültige Kochrezept für einen Roadster. Unkompliziertes Verdeck, kompakte Bauform, langer Bug, kurzes Heck, Antrieb nach hinten. Nur das „kleine Bötchen“ von Fiat hielt sich nicht daran, es musste sich die Plattform mit dem Fiat Punto teilen und die war nun mal frontangetrieben. Trotzdem wuselte der mit 131 PS wacker motorisierte Roadaster flink dahin, zeitgenössische Tests attestierten herausragenden Fahrspaß. In 10 Produktionsjahren wurden leider trotzdem nur nicht ganz 60.000 Stück gefertigt.

Designstudie

Mal sehen, ob sich wieder mehr Menschen für einen Fiat-Roadster entscheiden, wenn alle goldenen Regeln beachtet werden und die Antriebskraft an die Hinterachse geschickt wird. Vorraussichtlich wird die vom 1,4 Liter MultiAir Turbomotor kommen und 200 PS stark sein. Wie eine Neuinterpretation des Fiat 124 Spider in der aktuellen Fiat-Designsprache aussehen könnte, hat sich Industriedesigner David Obendorfer überlegt. Erstaunlich, wie gut dem Cinquecento ein bisschen Länge und ein offenes Dach steht. Wie der 124 Spider tatsächlich aussehen wird, könnte man eventuell schon auf der IAA im September 2015 erfahren.