Der Haas VF-19 ist enthüllt

Das ist die Formel 1 2019!

Es ist soweit, der Wahnsinn beginnt! Das Rich Energy Haas F1 Team enthüllt als erstes von zehn Teams seinen Boliden für die Formel 1-Saison 2019, die am 17. März in Melbourne startet. Dieser Tag wird nicht nur wegen der zahlreichen spannenden Fahrerrochaden von den Fans sehnlichst herbeigesehnt, sondern auch aufgrund der neuen Regeln für die Fahrzeuge. Der VF-19 bietet nun die erste Gelegenheit, die neue Formel 1 zu betrachten.

Text: Jakob Stantejsky

Die FIA reagierte Mitte letzter Saison auf die anhaltende und berechtigte Kritik der Fans und Teams, wonach mit den derzeitigen Autos dichtes Hintereinanderherfahren und dadurch auch Überholen über die Maßen schwierig sei, da die Aerodynamik der Fahrzeuge viel zu komplex und fragil war. Das neue Regelwerk für 2019 las sich diesbezüglich vielversprechend: Vor allem an der Front, der Vorderachse und den Seiten werden die Aeroelemente massiv simplifiziert, der Heckflügel wird größer, um den Abtriebsverlust auszugleichen. Im Endeffekt sollen die Maßnahmen für Boliden sorgen, die nicht mehr so empfindlich auf Luftverwirbelungen reagieren und deshalb härtere und längere Zweikämpfe führen können. Für uns Laien klingt das alles jetzt einwenig wage, aber für die Ingenieure bedeuten die neuen Regeln eine Menge Arbeit, da die Abstimmung der Autos komplett neu entwickelt werden muss.

Haas ist nun also das erste Team, das sich nicht nur mit neuem Design in schwarz-gold (sehr cool und viel besser als das fade 2018er-Auto – findet zumindest der Autor dieser Zeilen), sondern vor allem eben mit den neuen Aerolösungen zeigt. Durch die dunkle Lackierung erkennt man leider nicht so viel so gut wie wir es gerne hätten, aber die Veränderungen in der Form des Wagens stechen dem F1-Fan deutlich ins Auge.

Der neue, fette Frontspoiler ist zwar simpler als bisher, aber sicher auch anfälliger bei Crashes. Der Flügel am Heck steht ebenso massiver da als sein Vorgänger – schaut insgesamt recht fesch aus. Was an Aero-Extras rund um das Auto regelbedingt verschwunden ist, taucht allerdings woanders wieder auf. Am ganzen Auto verteilt sehen wir neue winzige Flügelchen, die Felge verfügt nun über eine doppelte Wand und der Heckflügel dehnt die Wortwahl der Regeln bis ans Äußerste, um doch noch möglichst viele Zusatzlamellen unterzubringen. Man merkt deutlich: Alles, was den Ingenieuren an Spielraum genommen wurde, versuchen sie sich woanders wieder zu erkämpfen.

Eine Regeländerung, die wohl Red Bull besonders hart treffen könnte, wirkt sich auch auf den VF-19 aus: Der Radstand wächst und der Anstellwinkel des gesamten Autos sinkt, da man aufgrund der fehlenden Aerodynamikelemente nicht mehr gar so sehr in die Schräglage gehen kann – eine Praxis, mit der die roten Bullen ihre stets superstarken Chassis ermöglicht haben. Auch der Tank wird größer, da nun 110 statt 105 Kilogramm Benzin an Bord sein dürfen.

Wie sich all das schlussendlich im Rennen auswirkt, werden wir erst in Melbourne sehen. Doch sowohl Adrian Newey als auch Günther Steiner gehen eher davon aus, dass auch die neue Aerodynamik keine großen Auswirkungen haben wird – weder auf das Überholen noch auf die Rundenzeiten. Bleibt zu hoffen, dass sich die Experten täuschen und wir bald mehr Action geboten bekommen. Wenn die Autos dafür ein, zwei Sekunden pro Runde langsamer sind, wäre es mir persönlich eigentlich echt wurscht.