Formel 1-Technik unter der Haube

Das Infiniti Project Black S

Auf der Pariser Autoshow werden zwar allerlei fesche Studien vorgestellt, doch beim Infiniti Project Black S handelt es sich möglicherweise um das geilste Konzept der ganzen Veranstaltung. Denn unter der Haube des nicht nur optisch schwer aufgemotzten Q60 Coupés schuftet jetzt Technologie aus der Formel 1.

Text: Jakob Stantejsky

Seit 2009 saugt ein Energierückgewinnungssystem in der Formel 1 die kinetische Energie, die beim Bremsen entsteht, gierig auf und pulvert sie dann als zusätzliche Leistung auf den Asphalt. Infiniti hat jetzt beschlossen, die ganze Geschichte abseits von effizienzversessenen Elektroautos in den Alltag zu übernehmen. Okay, Alltag kann man das Project Black S nicht wirklich nennen. Denn hier haben die Japaner ein Q60 Coupé mal ein paar Wochen in ein Dampfbad voll mit Speed und Crack gesteckt und das Ergebnis – beziehungsweise die Mutation – kann sich verdammt noch mal sehen lassen. Abgesehen von den knallgelben Akzenten schwillt der Infiniti gewaltig an und macht optisch schon richtig einen auf Supersportwagen.

Spätestens als Project Black S ist er das dann allerdings auch tatsächlich, denn der 3 Liter-Biturbo-V6, der in der Serie 405 Pferdchen ins Rennen schickt, bekommt ein Energy Recovery System verpasst und stemmt dann 571 PS auf die Räder. Das wird einerseits durch ein klassisches KERS und andererseits durch zwei zusätzliche elektrische Turbolader erreicht. Von null auf hundert geht es dann in unter vier Sekunden. Der gigantische Heckspoiler hat zwar relativ niedrige Abtriebswerte, soll aber laut Infiniti dennoch für einen großen Unterschied im Fahrverhalten sorgen.

Bleibt uns nur noch zu hoffen, dass die Japaner diese Studie auch in die Produktion schicken. Abnehmer gäbe es sicherlich den einen oder anderen, also worauf noch warten?!