In einem 50 Jahre alten Fahrzeug

Pensionist bricht den Highspeedrekord auf Land

Vor über 50 Jahren brach Mickey Thompson in seinem Challenger I den Weltrekord für Landfahrzeuge mit Zylindermotor – 654 Kilometer pro Stunde legte der Amerikaner hin. Kurz danach baute er den Challenger II, der jedoch nie zum Einsatz kam. Jetzt hat sein Sohn Danny Thompson, mittlerweile auch schon 69 Jahre alt, einen neuen Weltrekord aufgestellt: Mit 722 (SIEBENHUNDERTZWEIUNDZWANZIG) km/h ist der 50 Jahre alte Challenger II nun endlich doch zum Champion geworden.

Text: Jakob Stantejsky

Dabei handelt es sich genauer gesagt um den Weltrekord für Landfahrzeuge mit Zylindermotor, denn diverse Düsenantriebsvehikel setzen ja noch ein paar hundert km/h drauf. Dass Danny Thompson diese unglaubliche Bestmarke jedoch in einem Fahrzeug aufgestellt hat, das ein halbes Jahrhundert alt ist und von seinem Vater seinerzeit genau zu diesem Zweck gebaut wurde, gibt aber eine besonders schöne Geschichte ab. Eigentlich wollte Thompson Senior nämlich schon 1968 seinen eigenen Rekord brechen, das entsprechende Event wurde jedoch aufgrund heftigen Regens abgesagt und bis zu seinem Tod 1988 bekam Mickey offenbar keine weitere Gelegenheit.

Bei der Bonneville Speed Week 2016 schlug Danny dann plötzlich mit dem hergerichteten Challenger II auf und stellte einen Rekord als schnellster „unblown fuel streamliner“ mit 655 km/h auf – die Verwunderung und Begeisterung war gewaltig. Am 12. August postete Danny Thompson nun auf Reddit, dass er den Weltrekord für zylinderbasierte Landfahrzeuge gebrochen hat und eben die erwähnten 722 km/h als neue Marke offiziell anerkannt wurden. Der Challenger II ist somit 50 Jahre nach seiner Geburt der Oberking – was mit 5.000 PS und Allradantrieb erst möglich war.

Und diese Headline ist zwar wahnsinnig sperrig, meldet jedoch Anspruch auf den Titel Headline des Jahres an: 69-jähriger bricht Weltrekord für Landfahrzeuge mit Zylindermotor mit 722 km/h in einem 50 Jahre alten Fahrzeug, das einst sein Vater gebaut hat. Besser geht’s nicht.