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Von der Legende um die Spirit of Ecstasy

Wie sicher ist die berühmte Emily wirklich?

Von der Legende um die Spirit of Ecstasy

Um die “Spirit of Ecstasy” kreisen viele Legenden und Mythen, doch was steckt wirklich hinter der Geschichte der wohl berühmtesten Kühlerfigur der Welt, die seit über 100 Jahren für Autos der absoluten Luxusklasse steht und wie sicher wird die fliegende Lady eigentlich bewacht?

by Patrizia Zernatto

Wie Rolls-Royce zu seiner Kühlerfigur kam?

In einem Automobil Magazin haben wahre Love-Stories nicht viel zu suchen, doch im Fall der Spirit of Ecstasy können wir eine Ausnahme machen. Wenn es nach Henry Royce gegangen wäre, der anscheinend kein großer Romantiker war, würde es diese einzigartige Kühlerfigur, die auf den Rolls-Royce die Richtung vorgibt, gar nicht erst geben. Von Schnickschnack dieser Art hielt der Brite nämlich nicht sehr viel. Zum Glück war er aber durch einen Krankheitsfall nicht an der Entscheidung beteiligt und fuhr auch danach aus Protest nur ohne der fliegenden Lady herum.

Oh, Eleanor

Die Geschichte begann mit der verbotenen Liebe zwischen John Walter Edward Douglas-Scott-Montagu, besser bekannt als der schwerreiche Autoliebhaber Lord Montagu of Beaulieu, und der bürgerlichen Schauspielerin Eleanor Velasco Thornton. Da der Lord einerseits verheiratet war und durch den niedrigen Stand Eleanors ohnehin keine öffentliche Beziehung möglich gewesen wäre, machte er sie kurzerhand zu seiner privaten Sekretärin. Seine Liebe ging so weit, dass er seine Eleanor, liebevoll Emily genannt, immer bei sich haben wollte und den Künstler Charles Robert Sykes damit beauftragte, eine elegante Kühlerfigur nach ihrem Abbild zu schaffen. In ihrer fliegenden Pose und mit wallendem Gewand flog seine Geliebte nun als Kühlerfigur auf seinem eigenen Rolls-Royce herum und damit konnte der Lord auch Rolls-Royce überzeugen. Zwar gab es auch Kritiker, die die Figur abwertend als „Ellie in her Nightie” (Eleanor in ihrem Nachthemd) bezeichneten, durchgesetzt hat sie sich trotzdem. Durch den tragischen jungen Tod der Muse durch ein Schiffsunglück blieb das Kunstwerk bis heute unverändert.

Wirklich nachgewiesen wurde die Geschichte nie, da auch der Künstler selbst bis zu seinem Tode über die wahren Begebenheiten schwieg. Die offizielle Geschichte beschreibt die Idee zum Design der Spirit of Ecstasy als Abbild der griechischen Göttin Nyke. Ganz gleich ob es sich nun um eine geschickte PR Aktion handelt oder nicht, als hoffnungslosem Romantiker gefällt mir die Story um die Emily viel besser. Apropos Emily – nur hierzulande kennt man das Rolls-Royce Markenzeichen unter diesem Namen.

Wie sicher ist die schöne Dame?

Die “Flying Lady” kann man beim Kauf eines Rolls-Royce mit einem satten Aufpreis sogar Diamantengesetz oder beleuchtet bestellen. Da immer wieder danach gefragt wird, wie sicher die Kühlerfigur vor Dieben ist, beantwortet Mark Powell, der Sales Director von Rolls-Royce Tampa Bay in Florida, diese Frage ohne viele Worte. Selbst wenn man vergisst die Emily beim Parken sicher einzufahren haben Langfinger kaum Chancen dieses kleine Kunstwerk zu ergattern.

Video Credit: Dimmitt Automotive Group

Patrizia Zernatto

Unter dem Pseudonym P.S. Hunter war „Pacey“ lange Zeit als US-Korrespondentin für Motorblock tätig.

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