Super Sports Utility Vehicle

Das ist der Lamborghini Urus

Seit Jahren geistert er durch die automobile Gerüchteküche, jetzt geht der Vorhang endlich hoch: Der Lamborghini Urus ist in der Realität angekommen! Und die Italiener haben sich nicht lumpen lassen, denn der „Stier“ ist nun der schnellste SUV der Welt – dafür gibt es gleich einen eigenen Titel in Sant’Agata Bolognese: Super Sports Utility Vehicle.

Text: Jakob Stantejsky

Mit 305 km/h Spitze reißt der Urus den SUV-Rekord an sich, immerhin vier Stundenkilometer schneller als der nunmehr zweitplatzierte Bentley Bentayga. Möglich macht das unter anderem ein Biturbo-V8 mit vier Litern Hubraum, in dem 650 Pferden toben und 850 Nm Drehmoment auf den Untergrund klatschen. Von null auf hundert geht es damit in atemberaubenden 3,6 Sekunden, doppelt so schnell ist man in lediglich 12,8 Sekunden – waschechte Supersportlerwerte! Für die nötige Haftung sorgt dabei ein Allradantrieb mit integriertem Vorderachsdifferenzial, Zentraldifferenzial und aktivem Hinterachsdifferenzial mit Torque Vectoring. Lamborghini gönnt dem Urus also nur das Feinste vom Feinsten. Das Achtgang-Automatikgetriebe dürfte sein Übriges dazu beitragen, den Urus zum ultimativen SUV zu machen. Dass der Italiener vollkommen ausgereift sein wird, legt die investierte Testdauer nahe: 50 Prototypen spulten insgesamt über eine Million Kilometer ab, bevor das Serienmodell das Licht der Welt erblickte. Konzerntypisch deutsche Gründlichkeit herrscht also auch im sonnigen Süden vor.

Designtechnisch orientiert sich der Urus natürlich nahe an seinen flachen Kollegen, doch schafft Lamborghini es tatsächlich, ihm auch eine völlig eigenständige Formensprache mitzugeben. Mir persönlich taugt das Monster richtig, obwohl ich nicht der allergrößte SUV-Fan bin. Denn trotz seines gemütlichen Platzangebotes und der gründlich geprüften Geländetauglichkeit steht der Stier verdammt sportlich und fetzig auf der Fahrbahn – oder im Gatsch, oder wo auch immer. Lamborghini will mit dem Urus seine Stückzahlen verdoppeln und schon im ersten Jahr 3.500 Exemplare absetzen – bei einem Startpreis von 204.000 Euro käme da ein ganz schöner Batzen Geld zusammen. Mitte nächsten Jahres sollen die ersten glücklichen Käufer beliefert werden.

Die kriegen dann auch die volle Technikdröhnung verpasst, schließlich kommt der Urus mit Hinterachslenkung, Luftfederung und Wankstabilisierung daher. Alles wurde unternommen, um den 2,2 Tonnen schweren Lambo-Koloss so sportlich und scharf wie nur irgend möglich zu machen. So geil er von außen ausschaut, so gediegen und edel geht es im Interieur zu. Hier wird man mit allen hochwertigsten Spielereien und Materialien verwöhnt, aber das versteht sich wohl von selbst.

Böse Zungen mögen ja behaupten, dass Lamborghini mit dem Urus wieder einen Schritt zurück zur traditionellen Traktorproduktion geht, doch ich sage: Mit so einem Traktor würde ich nur allzu liebend gern durch die Gegend preschen. Im Weg zu stehen traut sich beim Urus sowieso keiner.