Das Biest von Turin

Fiat S76

Das Goodwood Festival of Speed ist schon eine Weile vorüber, doch die Geschichten darüber werden noch lange berichtet werden. Bei der diesjährigen Festivität startete ein Fiat S76 mit Besitzer, Duncan Pittaway und Goodwood Patriarch Lord March. Zum ersten Mal seit 100 Jahren!

Von Karl Jereb

Der Fiat S76, besser bekannt unter dem Namen: “Das Biest von Turin“, wurde gebaut, um Rekorde zu brechen. Der 28,5-Liter Vierzylinder hat mehr Hubraum als so manches Frachtschiff und generiert sage und schreibe 300 PS. Gebaut wurde das Höllengefährt für den Rekord für das schnellste Fahrzeug über eine Meile am Land. Dies wurde 1911 verwirklicht, als nach langem Bangen schließlich 186,68 km/h (oder 116 mph) am Tacho aufblitzten. Seitdem ruht sich das Biest aus. Zu lange wie wir und unter anderem Duncan Pittaway, Besitzer eines originalen Fiat S76, finden. Das Goodwood Festival of Speed schien ihm als gute Festivität zu dienen, um das Teufelsmobil wiederzuerwecken. Gesagt getan, ging es ans Werk. Mit von der Partie: der Earl of March, Gastgeber und englischer Gentleman wie er im Buche steht. Dieser durfte während der Fahrt am Beifahrersitz staunen und dem nicht zu überhörenden Klang des Fiat S76 lauschen.

Fiat S76: Teufelsgefährt

In Anbetracht der Tatsache, dass sich das Biest nun schon seit quasi einem Jahrhundert ausgeruht hat, verzeihen wir ihm die anfänglichen „Huster und Qualmer“ und verzichten sogleich auf umweltfreundliche Kommentare. Das Video der „Jungfernfahrt“ entstand im Vorfeld der Festivitäten und weckt eine Zeit, in der Rennfahrer noch nahezu ohne Schutz des eigenen Lebens mit wahnsinnigen Geschwindigkeiten über romantische, traditionsreiche Rennstrecken pressten. Der Klang des 28,5-Liter-Motors ist ohrenbetäubend laut und passt somit perfekt zur sonst idyllischen Gegend um die Rennstrecke. Vom Gebrauch der Kopfhörer bei voller Lautstärke sei hiermit gewarnt, wenngleich es doch recht interessant ist, wie laut der Fiat S76 doch tatsächlich ist.