Bleifuß vs. Hirnzellen

Macht uns Autofahren blöd?

Kaum vergeht eine Autofahrt, in der man sich nicht über die „deppaten“ anderen Verkehrsteilnehmer aufregen muss. Doch was, wenn diese nur so dahergesagt Beleidigung tatsächlich einen wahren Kern hat? Was, wenn wir Autofahrer wirklich alle blöd sind oder es zumindest langsam werden? Eine Studie der Universität Leicester belegt, dass der IQ von Vielfahrern sinkt.

Text: Jakob Stantejsky

Eins gleich vorweg: Hierbei handelt es sich nicht um eine dieser pseudorepräsentativen Studien, bei denen vielleicht 500 Leute befragt werden. In diesem Fall wurden 500.000 Menschen zwischen 37 und 73 über fünf Jahre hinweg immer wieder zu Gedächtnis- und IQ-Tests gebeten und ein ganz bestimmter Trend hat sich dabei deutlich abgezeichnet: Diejenigen Befragten, die täglich mehr als zwei oder drei Stunden im Fahrzeug verbracht haben, verzeichneten bei den Tests im Laufe der Zeit erkennbare Einbußen bei den Ergebnissen. Kishan Bakrania, einer der verantwortlichen Forscher, stellt zudem fest: „Wir wissen, dass täglich mehr als zwei oder drei Stunden autozufahren schlecht für das Herz ist. Diese Forschung legt nahe, dass es auch für das Gehirn schädlich ist, möglicherweise da es während dieser Zeit weniger aktiv ist.“

Huh, das ist eine ganz schön bittere Pille! Im Prinzip vergleicht Bakrania stundenlanges, tägliches Autofahren mit stundenlangem, täglichen Fernsehen, das sehr ähnliche Auswirkungen auf das menschliche Gehirn hat. Wir werfen uns jetzt einmal den Pseudowissenschaftlerlaborkittel über und vermuten, dass es wohl auch auf die Art des Fahrens ankommt. Schließlich gibt es auch Autofahrten, die durchaus sehr fordernd sind. Der tägliche staugebremste Trott in die Arbeit gehört da aber wohl leider nicht dazu. Wir bitten euch nur um eins: Haltet euer Gehirn trotz dieser Enthüllungen während der Fahrt nicht mit irgendwelchen hochkomplexen Ablenkungen auf Trab, denn das könnte deutlich mehr Schaden nach sich ziehen.