Vier Pfoten

Der Mégane RS kommt mit Allradlenkung

Honda Civic Type R, VW Golf GTI, Seat Leon Cupra und wie sie nicht alle heißen. Das Segment der Kompaktsportler, in diesem Falle jenes der frontgetriebenen, ist hart umkämpft. Nun ist auch Renault wieder mit frischem Mut und dem neuen Mégane RS mit von der Partie. Der Franzose setzt jedoch dabei auf andere Vorzüge, als es die Mitbewerber tun.

Text: Jakob Stantejsky

Statt mehr und mehr Power rauszuhauen, baut Renault nämlich auf das Fahrgefühl und will in dieser Hinsicht der King of Kompakt werden. So mag der eine oder andere bei 280 PS gleich ins Motzen kommen, weil doch viele der Mitbewerber die 300er-Marke längst geknackt haben. Doch wir vermuten, dass die Franzosen diesen Schachzug bewusst gewählt haben, denn es wäre sicherlich ein Leichtes für die Herren bei Renault Sport, einfach einen stärkeren Motor zu basteln. Übrigens, damit die Grantscherben gleich voll auf ihre Kosten kommen: Der Vierzylinder-Benziner wird im Vergleich zum Vorgänger tatsächlich von 2,0 auf 1,8 Liter Hubraum geschrumpft, auch wenn er nun mehr Leistung aus seinem Reservoir quetscht.

Nichts neues ist zwar das Prinzip der Allradlenkung, die schon seit Jahrzehnten mehr oder weniger erfolgreich durch die Autowelt spukt. Doch gerade Renault hat ihr in der jüngsten Vergangenheit wieder einen Platz auf den Straßen von heute gegeben und setzt diesen Trend nun auch beim Mégane RS konsequent fort. So lenken die Hinterräder bei geringer Geschwindigkeit entgegengesetzt zu von Vordergummis, um bessere Rangierfähigkeiten zu ermöglichen. Ist man hingegen mit einem oder mehreren Affenzähnen unterwegs, so lenkt die Hinterachse in dieselbe Richtung wie die vordere und verleiht dem Auto somit mehr Stabilität und ermöglicht höhere Kurvengeschwindigkeiten. Wie aggressiv euer persönlicher Mégane RS zu Werke geht, entscheidet ihr übrigens beim Kauf selbst. Denn so gibt es einerseits das Sportfahrwerk und andererseits das noch härtere, noch rennstreckentauglichere Cupfahrwerk. Die Qual der Wahl…

Designtechnisch ist den Franzosen, wie ich finde, ein großer Wurf gelungen. Denn dank sechs Zentimetern zusätzlicher Breite vorn und viereinhalb hinten liegt der Kompaktsportler noch ein ganzes Stück satter und schnittiger auf der Straße als der auch schon recht schneidige Mégane. Frontschürze, Seitenschweller und ein fetter Heckdiffusor steigern den Testosteronspiegel beim Begutachten des Fahrzeugs außerdem zusätzlich. Auch die RS-exklusive Farbe namens Tonic-Orange macht, gepaart mit dem grauroten Interieur, ordentlich was her. Kleine Details wie die LED-Zusatzscheinwerfer im Zielflaggenlook außen an der Schürze machen den Mégane RS zusätzlich sympathisch. Jetzt bleibt uns nur noch übrig zu warten, bis Anfang 2018 der gefühlsbetonteste aller Kompaktsportler auf den Markt rollt. Die Finger jucken jetzt schon.