Die Formel 1 der Zukunft

Renault R.S. 2027 Vision

Viel wird zurzeit diskutiert über den Zustand der Formel 1. Gibt es zu wenige Überholmanöver, klingen die Autos schwachbrüstig und wieviele Zylinder sollte ein Königsklassefahrzeug mitbringen? Meinungen gibt es viele, Vorschläge daher auch. Renault präsentiert auf der Shanghai Auto seine ganz persönliche Vorhersage für die etwas fernere Zukunft – den R.S. 2027 Vision.

Text: Jakob Stantejsky

Nachdem die Formel E in der jüngsten Vergangenheit durchaus vielen Leuten zu gefallen weiß, verdichten sich die Hinweise darauf, dass vielleicht auch die Königsklasse des Motorsports dem Trend gegen fossile Brennstoffe irgendwann einmal nachgeben muss. In diese Kerbe schlägt auch Renault mit der Studie R.S. 2027 Vision. In zehn Jahren stellen sich die Franzosen einen Formel 1-Wagen also einerseits flacher und schnittiger denn je vor, andererseits sehen sie die Zukunft des Antriebs in einer Hybrid-Variante.

Die Leistung soll darunter aber keinesfalls leiden, ganz im Gegenteil. Von ca. 1300 PS ist die Rede, während das Gewicht der Autos auf schlappe 600 Kilo sinken soll. Heutzutage bewegen wir uns bei 950 PS auf 700 Kilo. Die enorme Power soll ein V6-Hybridmotor liefern, der zusätzlich noch mit Turboaufladung daherkommt. Angesichts der Entwicklung, die die Technologie in zehn Jahren noch durchmachen kann, erscheinen diese Zahlen eigentlich gar nicht so utopisch. Die Frage wird eher sein, was denn vom futuristischen Design überbleiben wird.

Das ewige Streitthema KERS wird uns auch in Zukunft erhalten bleiben, Renault glaubt sogar, dass es 2027 ganze 500 kW leisten können wird, was eine gigantische Veränderung im Vergleich zu den 120 kW von heute darstellt. Last but not least wagt Renault auch von Allradantrieb zu sprechen, wobei die Vorderachse vom Elektromotor befeuert wird. Der soll zeitweise sogar alleine arbeiten, da durch den kleineren Tank (60 Liter statt 105) sonst übermäßig viele Boxenstopps nötig wären.

Was vom R.S. 2027 Vision überbleibt, steht noch in den Sternen. Einen spannenden Ausblick bietet die Studie aber allemal. Und ganz ehrlich; wir können uns mit dem Gehörten durchaus anfreunden.