Gute Nacht, GT2 RS?

Der Aventador SVJ fetzt über den Nürburgring

Mit einer Fabelzeit von 6:47,3 hat der famose Porsche GT2 RS im September letzten Jahres dem brachialen Lamborghini Huracán Performante den Nordschleifenrekord für straßenzugelassene Serienwagen entrissen. Nun rüsten die Italiener offenbar zum Gegenschlag: Der große Bruder Aventador mutiert zum Superveloce Jota und soll so die Krone wieder in den Süden bringen.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Lamborghini

Lassen wir uns die Zahlen mal mit Rechts auf der Zunge zergehen: Der Titelverteidiger auf Zuffenhausen klatscht satte 700 PS auf den Asphalt, die er aus einem heftig aufgemotzten 3,8 Liter-Sechszylinder bezieht. Das Kampfgewicht liegt bei 1.470 Kilogramm. Dem gegenüber steht der Herausforderer aus Sant’Agata Bolognese, der – ja, wieviel wovon bringt der eigentlich mit? Der „normale“ Aventador Superveloce holt saftige 750 PS aus seinem monströsen 6,5 Liter-V12 und bringt dabei auch nur 1.525 Kilo auf die Waage. Beim Jota spekuliert man zurzeit in der Gegend von 800 Pferden herum und eine Gewichtsreduktion wird sich Lamborghini bei diesem Superultramegaobermodell wohl auch nicht nehmen lassen – Porsche darf also in Ruhe zu schwitzen beginnen.

Nicht nur beim Motor unterscheiden sich die Philosophien gänzlich, auch der Heckantrieb des Deutschen gehört in eine andere Kategorie als das Allradsystem aus Italien. Ob der Lamborghini Aventador Superveloce Jota den Porsche GT2 RS letztendlich biegen kann, werden wir höchstwahrscheinlich in den kommenden Monaten erfahren. Dann ist allerdings auch der Rekord des chinesischen Nio EP9 in Reichweite, der ja mit 6:45,9 das schnellste Elektroauto auf dem Nürburgring ist – aber mit 16 Exemplaren nicht als Serienauto durchgeht.