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Lamborghini Espada – Ein Stier als GT

Vergessen Sie den Miura. Der Lamborghini Espada war Ende der 1960er Jahre die weit schönere Diva aus den Werkshallen in Sant’Agata Bolognese.

Text: Tizian Ballweber / Fotos: Hersteller

Denn der Lamborghini Espada (spanisch für den Degen, den der Matador beim Stierkampf benutzt) war ein Gran Turismo für die ganze Familie. Und hatte man als Playboy keine Familie, dann konnte man damit immerhin zwei Playmates mehr mitnehmen als in einem Miura. Auch wenn deren üblicherweise langen Beine einiges an Schlichtarbeit hinter den beiden Vordersitzlehnen erforderten. Aber wir schweifen ab …

Angetrieben von einem 4,0 Liter V12 mit 325 PS, später dann 350 PS, ging es in 6,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Fahrwerkseigenschaften fanden sich vor allem formidable für die schnelle Fahrt auf langen Geraden ausgelegt. Aber auch im Kurvengewusel eines Col De Turrini konnte der Espada auftrumpfen, wenn man mal seinen doch eher langen Radstand in den Griff gekriegt hatte. Nur 1.217 Exemplare wurden zwischen 1968 und 1978 produziert.

All die oben beschriebenen Tugenden weiß übrigens unser Freund Peter Ruch auf seinem wunderbaren Motoristen-Portal „Radical-Mag“ noch weitaus besser auszuführen:

„Die vier Sitze darf man als vollwertig bezeichnen, auch wenn der Zustieg auf die hinteren Ränge nicht ganz so locker ist. Ferruccio Lamborghini soll Bertone-Chefstylist Gandini beim Marzal noch mit folgenden Worten getadelt haben: «Die Beine einer Dame können nun von jedem gesehen werden.»

Nun denn, beim Espada sieht der geneigte Betrachter auch bestens, ob die Dame denn wirklich eine Dame ist, wenn sie auf den hinteren Sitzen Platz nehmen muss. Der Radstand von 2,65 Metern lässt aber immerhin ein gewisses Mass an Beinfreiheit zu; um die Kopffreiheit ist es eher mässig bestellt. Eine Art Kofferraum ist vorhanden; unter einer Klappe liegt das Reserverad.

Aber ein schlankes Gepäck konnte durchaus mitgeführt werden, und für den Transport von Bierkisten sollte man einen Espada, benannt nach dem Degen des Matadors, eh nicht unbedingt gebrauchen.“

Den gesamten Text nebst ausführlichst Wissenswertem gibt es hier nachzulesen.

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